Shortys Gedankenwelt
Freitag, 11. April 2014
Glaube und Religion- seit Menschengedenken ein Grund für Kriege
Vor einigen Tagen gab es im TV eine Talkshow, in der es um den Islam ging und die Frage, ob der Islam und der Faschismus ähnlich sind und ob Parallelen vorhanden sind. Es war eine sehr interessante und belebte Diskussion.
Erschreckend fand ich einen Gast und seine Ansichten. Es war ein Imam aus Deutschland, der den Salafisten angehörig zu sein scheint. Und es kam bei mir die Frage auf, wieso es auch heute im 21. Jahrhundert so unendlich schwer ist, beim Thema Glaube und Religion andere Meinungen zu akzeptieren? Im sehr frühen Mittelalter sind die Christen auf ihren Kreuzzügen in den nahen Osten und nach Persien gezogen, um ihren Glauben zu verbreiten und „Ungläubige“ (in diesem Fall Andersgläubige)zu bekehren. Dabei wurde nicht auf Freiwilligkeit gesetzt, sondern es galt das Motto: „Entweder du glaubst, was wir wollen oder du stirbst.“ Zum Glück hat uns diese Zeit gelehrt, dass man andersgläubigen Menschen seinen Glauben nicht aufzwängen kann und auch nicht darf. Unsere Religion wurde hinterfragt, vielfach reformiert, Kirche und Staat wurden getrennt, natürlich in einem jahrhundertenlangen Prozess. Sicherlich gibt es noch sehr viele Gebiete, die es zu reformieren gilt, so dass man im Christentum von einer toleranten und akzeptierenden Kirche sprechen kann, aber die christliche Kirche hat dazugelernt. Sie hat gelernt, dass man Widersacher und Gegner nicht auslöschen kann und dass es im Widerspruch zu den Geboten steht. „Du sollst nicht töten“ gilt für alle Menschen, egal, welchen Glaubens man ist. Es ist der Glaube jedes einzelnen, den man zu akzeptieren hat, egal, ob man es versteht oder nachvollziehen kann oder nicht.
Wenn es jemandem hilft, an Naturgeister zu glauben, bitte, warum nicht. Wenn jemand daran glaubt, nach dem Tod ins Paradies zu gelangen, ist doch schön für ihn. Ob jemand glaubt, dass es Jesus gab oder Mohammed oder Buddha- völlig uninteressant für mich und auch, wenn jemand nur an die Wissenschaften glaubt, ist er ein gleichwertiger Mensch und nicht weniger wert.
Der Glaube ist etwas sehr persönliches. Jeder entscheidet selbst, was er glaubt. Und jeder darf glauben, was er will, solange er weder andere belästigt noch deren Persönlichkeitsrechte beschneidet. Es wird in einigen Weltreligionen gerne das Argument vorgebracht, dieser Mensch käme dann in die Hölle. Egal oder? Er glaubt doch nicht, also ist ihm auch die Hölle egal. Und wenn es die Hölle doch geben sollte (man weiß es ja nicht, deswegen ist es ein Glaube und keine Wissenschaft), nun ja, man hat ihn vorgewarnt, aber jeder Mensch darf seine eigenen Entscheidungen treffen, auch, wenn es sein Verderben sein sollte.
Ebenso sollte es möglich sein, andere Religionen/ Glauben kritisieren zu dürfen, ohne bedroht zu werden. Es ist ähnlich wie mit der Ehre. Niemand kann einem Würde und Ehre durch Worte/ Beleidigungen entziehen. Würde und Ehre ist das, was man sich selbst gibt und nimmt- durch persönliche Taten. Und dazu zählt m.E. nicht, jemandem Gewalt anzutun, weil man sich oder die Familie beleidigt sieht. Ehrenhaft verhält sich der, der sich für Schwächere einsetzt beispielsweise oder so viel Selbstbewusstsein hat, dass Beleidigungen einfach an ihm abprallen und er seinem Gegner die Hand reicht.
Dieser Imam war in der TV Show der Meinung, niemand dürfe ungestraft seinen Glauben und den Koran in Frage stellen. Keiner dürfe Religion generell kritisieren. So war er wirklich der Meinung, dass niemand jemals in einer Talkshow das Christentum kritisieren würde. „Sehr realitätsfern!“ dachte ich. "Schaut der nie Fernseh!?" Die christliche Kirche, insbesondere die kath. Kirche wird kritisiert, beschimpft, ja, ist sogar in deutschen Satireshows Thema Nr. 1. Und niemand wird dafür gesteinigt, erschossen oder nur bedroht. Die Zeiten waren einmal, in denen Menschen, die sich gegen die Kirche gestellt haben, bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Derjenige, der wirklich glaubt, wird sich doch nicht durch Worte beleidigen oder in seinem Glauben beirren lassen? Er glaubt doch für sich und nicht für andere! Sollte der Gläubige nicht eher mit Wohlwollen auf die schauen, die seinen Glauben denunzieren, und für sie beten, anstatt seinen Glauben mit Gewalt zu verteidigen? Ich kann mir sehr schwer vorstellen, dass Allah oder Gott es gutheißen, dass jemand, sein Leben oder seine Versehrtheit geben muss, weil er nicht glaubt! Es ist mir ebenso unbegreiflich, dass Allah oder Gott, es gutheißt und auch so bestimmt hat, dass der, der in den Heiligen Krieg für den Glauben zieht und fällt, dabei auch noch „Ungläubige“ mit in den Tod reißt, einen Bonus am Tag der Jüngsten Gerichtes bekommt!? Auch die Christen waren auf ihren Kreuzzügen dieser meinung.
Wer glaubt, hält Gott doch nicht für strafend oder zerstörerisch, sondern für gütig und barmherzig. Gott unterscheidet die Menschen nicht,weder nach Aussehen, sexuellen Vorlieben oder gar dem Glauben. Denn alle Menschen sind von Gott erschaffen, auch die „Ungläubigen“ und vor Gott sind alle gleich. Der einzige, der ständig unterscheidet und sich somit ständig über andere zu erheben versucht, ist der Mensch!
Wer von sich glaubt, dass sein Glaube der einzig wahre ist, kann sich glücklich schätzen, aber er ist nicht in der Position, über andere zu urteilen oder gar auf sie herabschauen, sie zu verfolgen oder zubedrohen, nur, weil sie noch nicht zu dieser Erkenntnis gekommen ist. Er kann allenfalls für diese Menschen beten- mehr aber auch nicht. Religion und Staat haben nichts miteinander zu tun und sollten strikt voneinander getrennt werden. Glaube ist Glaube, er ist etwas Persönliches. In dem Moment, wo der Glaube, die Religion Einfluss auf den Staat und die Gerichtsbarkeit hat, ist es nichts Persönliches mehr, weil der Einzelne sich dem nicht entziehen kann. Er kann nicht mehr frei über seinen Glauben entscheiden. In staatlichen Gesetzen geht es nicht darum, ob ich an etwas glauben muss, die Gesetze unterliegen dem Allgemeinwohl, dem Wohle der Gesellschaft, dem Wohle und der Unversehrtheit jedes Einzelnen in Frieden zu leben. Ist jedoch die Bibel oder der Koran Grundlage staatlicher Rechtsprechung ist es völlig klar, dass jemand, der nicht an Gott glaubt, sich den Richtlinien nicht unterwerfen wird, zumal man diese Schriften auch in vielfältigen Weise interpretieren und auslegen kann, was ja auch weltweit immer wieder geschieht. Jeder Gläubige zieht aus den Schriften, was er glaubt, für ihn richtig zu sein. Das ist allerdings nicht allgemeingültig, im Gegensatz zu staatlichen Gesetzen und Verboten.
Einfach aufgrund dessen kommt es immer wieder zu Streitigkeiten und Kriegen zwischen den Gläubigen und ihren Gruppierungen, die alle für sich ihren Glauben gefunden haben und meinen, dieser sei allgemeingültig. Dabei wird immer mehr und zunehmend vergessen, dass das oberste Ziel jeder Religion der Friede zwischen den Menschen ist und nicht die Erlangung von Macht über Menschen oder deren Unterwerfung.
Gerade die Gläubigen sollten dem Weg und der Weisung ihres Gottes folgen, anstatt im Namen ihres Gottes zu töten.
Jesus hat seinen Widersachern die Hand gereicht und ihnen vergeben, auch er hätte sich rächen können und Vergeltung erzwingen. Und so sollten die, die angeben, dem Weg Gottes zu folgen, diesen Weg friedlich und gütig fortführen, anstatt im Namen Jesu oder für den Glauben Kriege zuführen.
All die, die in einen Krieg ziehen mit dem Banner auf dem steht „Für meinen Glauben und für meinen Gott“ gehen nicht den Weg, den Gott ihnen vorgegeben hat, sondern haben einen Weg eingeschlagen, der von Menschen vorgegeben ist mit dem alleinigen Ziel, Macht und Einfluss über Menschen zu haben und sie unter dem Deckmantel der Religion gefügig zu machen.

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Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13
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