Shortys Gedankenwelt
Mittwoch, 4. Dezember 2013
Alptraum- ein Fortsetzungskrimi Teil 16
von Kirsten Maria Scholz

Kapitel dreiundzwanzig

An Susanne hatte er gar nicht mehr gedacht. Er rannte in die Eingangshalle und raus auf den Parkplatz. Susannes Auto stand noch da. Verflucht nochmal, wo war sie! Er kniff seine Augen zusammen. Das Schneetreiben und die Dunkelheit, immerhin war es schon spät am Abend, hinderten Mark daran, Susanne mit den bloßen Augen ausfindig zu machen. Er schaute auf den Boden und erkannte frische Fußspuren, die in den Garten führten. Natürlich, die Nachbarn! Mark spurtete los, rutschte kurz mit dem linken Fuß aus und stieß mit seinem Knie unsanft gegen die Steinkante, die das Rosenbeet um-friedete. „ Verfluchter Mist!“ schimpfte er laut und setzte seine Verfolgung mit schmerzverzerrtem Gesicht fort. Als er um die Hausecke lief, erblickte er Susanne schemenhaft am Gartentor zu den Nachbarn. Jetzt wollte die kleine Schlampe wirklich zu den Contassis! „Aber nicht mit mir!“ zischte er und registrierte, dass Susanne stehengeblieben war. Sie schien Schwierigkeiten zu haben, die Pforte zu öffnen. Sehr schön, wahrscheinlich war das Schloss eingefroren. Ein eis-kaltes Lächeln huschte über sein Gesicht, als er die Verfolgung wieder aufnahm. Er ließ sich Zeit, zu sicher war er, dass er Susanne auch ohne große Anstrengung sehr schnell einholen würde. Wozu also unnötig Kräfte verbrauchen und sich noch weiter verletzen. Sein geprelltes Knie reichte ihm. Es pochte heftig unter der mittlerweile gespannten Jeans. Angeschwollen war es also auch schon! Seine Wut auf Susanne wuchs.
Susanne blickte gehetzt zum Haus zurück und erblickte im Schein der Gartenlaterne Marks hässliches Grinsen. Sie rüttelte wie eine Wahnsinnige an der Gartenpforte. Warum ging das verflixte Ding nicht auf! Sie musste anders versuchen auf das Grundstück der Nachbarn zu kommen. Es nützte nichts, sie musste klettern. Selbst als Kind hatte sie nichts für Kletteraktionen übrig gehabt, umso ungeschickter stellte sie sich jetzt an, als sie versuchte, über den Jägerzaun zu klettern. Der erste Versuch misslang, sie rutschte am vereisten Holz ab. Ihre Hose zerriss am Schienbein, Bkut tropfte in den Schnee.
„Mist!“ fluchte sie. Sie ignorierte jeglichen Schmerz und setzte ihren Fuß erneut auf die völlig vereisten Holzstreben. Dieses Mal klappte es und sie sprang von der Pforte auf das Nachbargrundstück der Contassis, wobei sie auf der vereisten Schneedecke erneut ins Straucheln kam. Schnell rappelte sie sich wieder auf, wobei sie sich eine weitere Schnittwunde am rechten Handballen zuzog. Erneut hinterließ sie dicke Bluttropfen im Schnee. Diese verfluchte Eisdecke, dachte sie. Ihr Herz schlug ihr mittlerweile bis zum Hals, ihr Blut pulsierte in ihren Ohren. Sie wagte kurz einen Blick über ihre Schulter, bevor sie zwischen den Nadelbäumen verschwand. Mark war nur noch wenige Meter vom Jägerzaun entfernt gewesen. Die Schneereste auf seinen Knien zeigten, dass auch er einige Probleme mit den winterlichen Verhältnissen zu haben schien.
Sie rannte erneut, was die Beine hergaben. In ihre Lungen brannte die eiskalte Luft wie tausend Nadelstiche, ihre Beine hatten keinerlei Gefühl, dennoch zwang sie sich weiterzulaufen. Sie rannte um ihr Leben.
„Gabriela!“ sie kam nahe des Hause der Contassis zwischen den Bäumen hervor und rief, was ihre Lungen noch an Luft hergaben. „Marcello! Hilfe!“ Sie erreichte die Hintertür und hämmerte mit beiden Fäusten dagegen. „Marcello! Gabriela! Bitte!“ Die Außenbeleuchtung sprang an und erhellte das letzte Rasenstück, das bis an die Bäume reichte. Susanne blickte erneut gehetzt hinter sich. Obwohl ihre Augen tränten, sah sie Mark zwischen den Bäumen hervorkommen. Sein Gesicht hatte mittlerweile die Farbe eines gekochten Hummers angenommen und war wutverzerrt. Herrgott, warum machte niemand auf. Hörte sie denn keiner? „Marcello!“ Sie schrie und hämmerte aus Leibeskräften. Ihre Lungen brannten wie Feuer und sie dachte, sie bekäme keine Luft mehr. Im Haus regte sich irgendwas. Susanne versuchte die Glasscheibe der Hintertür mit einem Fußtritt einzutreten, aber es war zu spät.
Mark hatte sie bereits erreicht. Sie hörte seinen gehetzten Atem, als er direkt hinter ihr stand. Sie schloss die Augen und ahnte, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hatte. Mark riss sie an der Schulter herum, so dass sie von der Tür weggewirbelt wurde. „Dieses Mal entkommst du mir nicht!“ zischte er hasserfüllt und stürzte sich auf sie. Sie versuchte, ihn abzuwehren und trat mit voller Kraft zu. Unter der Wucht ihres Winterstiefels knackte es verdächtig. Sie hatte blind zugetreten, aber gekonnt seinen Brustkorb getroffen, wo zwei Rippen angeknackst wurden. Mark schrie schmerzerfüllt auf und ließ für einen kurzen Moment von ihr ab. Susanne wand sich unter Marks Körpergewicht hervor und versuchte aufzustehen. Aber er packte von hinten ihr Bein und brachte sie so erneut zu Fall. Sie fiel der Länge nach in den Schnee. Plötzlich durchfuhr sie ein wahnsinniger, explosionsartiger Schmerz in ihrem rechten Oberschenkel. Ihr wurde kurz schwarz vor Augen, sie stöhnte laut auf. Als sie ihren Kopf anhob, sah sie wie sich der Schnee unter ihrem Knie rot und verdächtig schnell verfärbte. Mark stand über ihr, in der Hand hielt er ein blutverschmiertes Messer. Der letzte Gedanke galt Madeleine und Valentin, bevor Dann sie schwarze Stille empfing und sie das Bewusstsein verlor.

Fortsetzung folgt.... 04.12.13

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Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13
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