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Freitag, 6. Dezember 2013
Alptraum- ein Fortsetzungskrimi Teil 17
shorty short, 23:21h
von Kirsten Maria Scholz
Kapitel vierundzwanzig Susanne erwachte aus einem traumlosen Nichts. Die Farbe der Decke, an die sie blickte, war ursprünglich einmal weiß getüncht worden. Über die Jahre hinweg hatte sich der Anstrich ins gelbliche gewandelt und blätterte an einigen Stellen ab, so dass etliche Risse im Putz deutlich sichtbar waren. Aus den Augenwinkeln erkannte sie, dass die Tapete, die wohl vor Jahrzehnten einmal an die Decke geklebt worden war, rechts in der Ecke in großen Fetzen herunterhing. Ein kleiner Windhauch und sie würden sanft zu Boden segeln und sich wahrscheinlich über ihr Gesicht legen. Die Wände waren weder tapeziert noch gestrichen. Stattdessen waren sie mit den hässlichsten und vergilbtesten Kacheln, die sie je ge-sehen hatte verunstaltet worden und versprühten eine unangenehme, ja nahezu bedrückende Kälte. Die lange Neonröhre, die die Decke in zwei gleich große Hälften teilte, flackerte in unregelmäßigen Intervallen und erhellte den Raum mit ihrem kalten Licht. Susannes Augen brannten. Sie kniff die Lider zusammen, um sich vor dem grellen Neonlicht zu schützen und blickte sich dann mit zu Schlitzen verkleinerten Augen erneut um. Wo war sie? Sie konnte sich nicht erinnern, in so einer heruntergekommenen Kaschemme zu wohnen. Oder wohnte sie hier gar nicht? Aber was machte sie dann hier? War sie entführt oder verschleppt worden? Angst stieg in ihr hoch und ließ ihr Herz schneller schlagen. Sie ließ ihren Blick wandern und ignorierte das Brennen in den Augenwinkeln. An der gegenüberliegenden Wand verliefen Wasserrohre, die mit der gleichen vergilbten Farbe wie die Decke gestrichen zu sein schienen. Oder war das gar keine Farbe? Hatte vielleicht nur der Zahn der Zeit an ihnen genagt? Sie vernahm leises Blubbern und Klopfen rechts von ihr. Anscheinend entsprang es den Heizungsrohren und dem teilweise verrosteten Heizkörper. Wer zum Henker hatte noch solche Heizungsrohre in seiner Wohnung? Die stammte doch mindestens aus dem zweiten Weltkrieg! Rein gar nichts in diesem kalten, ungemütlichen Raum erinnerte sie an ihr Zuhause. Obwohl… wie war ihr Zuhause eigentlich? Einen kleinen Moment hielt sie in inne. Sie versuchte krampfhaft, sich an irgendetwas zu erinnern. Aber alles, was vor ihrem inneren Auge erschien, war ein riesiges schwarzes Etwas. Ihr Blick fiel auf das Fenster, das ebenfalls schon bessere Zeiten gesehen hatte. Ein doppelglasiges Milchglasfenster im Schlafzimmer? Sie kniff erneut ihre Augen zusammen und drückte so eine Träne heraus, die ihr heiß die rechte Wange herunterlief. Herrje, was war nur los mit ihr? Das Fenster erinnerte sie sehr stark an einen Film aus den 40er oder 50er Jahren. Dr. Schiwago! Der Titel dieses Filmes war jedoch ebenso schnell wieder aus ihrem Kopf verschwunden, wie er erschienen war. „Oh, nein!“ flüsterte Susanne und war drauf und dran in Panik zu verfallen. Ihr kam der Gedanke an einen Film mit Bill Murray. Da geschah jeden Morgen das dasselbe und die Hauptperson in dem Film kam nicht aus dieser Schleife raus. Das war doch nur ein Film, ermahnte sie sich. Bleib ruhig und denk nach. Was musst du machen, wenn du der Realität nicht glaubst? „Genau!“ sagte sie laut. „Realitätsüberprüfung.“ Langsam versuchte sie ihre Arme zu heben. Es klappte, ihre Arme waren nicht festgebunden! Sie zog das linke Bein an. Auch das war frei beweglich. Susanne schob die Bettdecke zur Seite, so dass sie freien Blick auf ihren Bauch hatte. Kein Bauchgurt! Also kein dèjà vue! Sie war einfach nur in einem alten, sanierungsbedürftigen Krankenzimmer, weil… Ja, warum eigentlich? „Nicht schon wieder!“ stöhnte sie. „Bitte erinnere dich.“ Susanne versuchte sich auf die Bettkante zu schwingen. Ein heftiger Schmerz in ihrem Oberschenkel ließ sie allerdings unverrichteter Dinge in die Lissen zurückfallen. Sie tastete den rechten Oberschenkel behutsam ab. Er war ziemlich stark bandagiert, schien aber nicht gebrochen zu sein. Langsam verschwand der Nebel, der ihre Erinnerung umgab. Sie sah sich blutend im Schnee liegen, Mark mit einem Messer wutentbrannt über sie gebeugt. Sie fing an nach Luft zu schnappen. Ihr Atem wurde schneller, sie keuchte und ihr Puls raste. Mit fahrigen Fingern drückte sie den roten Notfallknopf an ihrem Bett und Sekunden später stand Schwester Ina an ihrem Bett und hielt ihr eine Plastiktüte vor das Gesicht. „Atmen sie ruhig, Frau Stahl. Kein Grund zur Panik. Das wird gleich besser“, beruhigte sie Susanne, die sie mit weitaufgerissenen Augen angsterfüllt anstarrte.Nach einigen Atemzügen aus der Plastiktüte merkte sie, wie sie ruhiger wurde. Die Panik ebbte ab. Sie lehnte sich erschöpft zurück, als Dr. Glück das Krankenzimmer betrat. „Dr. Glück, Schwester Ina!“ Susanne hätte es vorher nie für möglich gehalten, dass es jemals einen Zeitpunkt geben wird, an dem sie sich freuen würde, den Stationsarzt und die Schwester unter diesen Umständen zu sehen. Auch Dr. Glück schien erfreut zu sein. Er lächelte sie freundlich an. „Frau Stahl, wie schön, Sie weilen wieder unter uns“, er nahm Susannes Handgelenk und prüfte ihren Puls. „Sie hätten uns doch vor dem Wochenende sagen können, dass Sie einen Fahrdienst für die Rückfahrt in die Klinik benötigen. Wir hätten Ihnen einen bereitgestellt. Dafür waren der ganze Aufwand und das Chaos, das Sie betrieben haben, vollkommen überflüssig“, er tätschelte ihre Hand. Susanne konnte sogar über diesen leicht makabren Witz lächeln. Mittlerweile kannte sie Dr. Glück und seinen speziellen Humor. „Aber Spaß beiseite“, Dr. Glück wurde ernst. „Sie haben unglaubliches Glück gehabt. Wäre das Messer nur einige Zentimeter weiter innen in Ihren Oberschenkel gerammt worden, hätte es wirklich kritisch werden können. Jetzt ist, Gott sei Dank, keine Schlagader verletzt worden. Sie hatten einen sehr guten und fürsorglichen Schutzengel, Frau Stahl!“ sagte Dr. Glück und schaute Susanne eindringlich an. „Frau Stahl, draußen wartet ein Kommissar von der Kripo, der einige Fragen an Sie hat. Fühlen Sie sich imstande, ihn zu empfangen und eine Aussage zu machen?“ fragte er besorgt und sah sie prüfend an. Susanne nickte. „Ja, ist schon in Ordnung. Ich fühl mich ganz gut soweit, bis auf mein Bein. Aber es nützt ja nichts, eine Aussage werde ich früher oder später sowie-so machen.“ Dr. Glück stimmte ihr zu. „Gut, dann hole ich den Herren mal rein.“ Er verließ das Krankenzimmer und nur einige Sekunden später betrat ein Polizist in Uniform den Raum. Anscheinend hatte er vor der Tür schon auf seinen Einlass gewartet. Der Polizist stellte sich als Hauptkommissar Martin vor und setzte sich auf einen Besucherstuhl neben Susannes Bett. Er klappte sein Klemmbrett auf und begann einige Notizen zu machen. Susanne hielt sich wortlos zurück und wartete auf die erste Frage. „Ja, Frau Stahl, wir haben von Ihnen bezüglich der Vorgänge des gestrigen Abends, die sich in Ihrem Haus und dem Garten ihrer Nachbarn, den Contassis zugetragen haben, noch keine Aussage protokollieren können, da Sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen, insbesondere des Bewusstseinsverlustes, dazu nicht in der Lage waren. Ist das soweit richtig?“ er schaute sie ohne eine Miene zu verziehen an. Susanne nickte. „Fühlen Sie sich jetzt in der Lage, eine Aussage bezüglich der gestrigen Ereignisse zu tätigen?“ er schaute sie fragend an. Wieder nickte Susanne, was den Polizisten zufrieden stimmte. „ Dann schildern Sie mir doch jetzt bitte, was sich aus Ihrer Sicht gestern Abend zugetragen hat.“ Er schaute sie abwartend an. Susanne holte tief Luft, nahm allen Mut zusammen und begann ihre Aussage mit den Erkenntnissen, die sie in den letzten Tagen gemacht hatte, ihrem Treffen mit dem Staatsanwalt Dr.Fries und dem äußerst angespanntem Abendessen mit Mark und Sabrina, bei dem sie schon fast an den Rand des Wahnsinns getrieben wurde. Es folgte ihre Schilderung über ihren Wutausbruch in der Küche und ihrem Streit mit ihrer Mutter, bei dem sie erfahren hatte, dass ihr Mann sie vor Jahren nur des Geldes wegen geheiratet hatte. Hier hielt Susanne das erste Mal inne, zu sehr wurde sie von ihren Emotionen überrollt. Sie schwieg einen Moment und schluckte ihre Tränen runter. Der Polizist hatte so viel Anstand, seine Notizen zu überfliegen und sie in ihrem Schmerz nicht zu bedrängen. Nach einigen Minuten hatte sie sich wieder ein wenig gesammelt. Sie kam jetzt zum schwersten Teil ihrer Erzählungen, der Streit mit Mark. Die Erinnerungen, die ihr gestern in der zu schildernden Situation gekommen waren, ließ sie nicht aus. Sie waren ausschlaggebend für den Verlauf der ehelichen Auseinandersetzungen. Als sie zum körperlichen Angriff auf ihrer Mutter kam, stockte sie erneut. „Meine Mutter…“, sagte sie tonlos und wurde mit einem Mal hektisch. „Wie geht es eigentlich meiner Mutter?“ fragte sie den Polizisten. „Ihrer Mutter geht es soweit recht gut“, war seine Antwort. Sie habe zwar durch den Marks Schlag an die Schläfe und den Sturz kurzfristig das Gedächtnis verloren, eine Platzwunde und diverse Prellungen davon getragen, dennoch sei es ihr zu verdanken gewesen, dass die Polizei rechtzeitig am Tatort erschienen war, um Schlimmeres zu verhindern. „Meine Mutter hat die Polizei gerufen?“ fragte Susanne ungläubig. „Ihr Mann hatte zwar das tragbare Telefon mit sich genommen, aber Ihre Mutter war so geistesgegenwärtig uns mit ihrem Handy anzurufen“, erklärte Kommissar Martin. Wer hätte gedacht, dass ihre Mutter ihr einmal das Leben retten würde. „Und wie ging es dann weiter?“ Herr Martin holte Susanne aus ihren Gedanken zurück. „Nun ja, ich habe die Zeit genutzt, in der Mark mit meiner Mutter in der Küche beschäftigt war und bin geflüchtet.“ Susanne erzählte dem Kommissar, der sich fleißig Notizen machte, von ihrer Flucht durch den Garten, ihre Schwierigkeiten auf das Grundstück ihrer Nachbarn zu kommen, ihre Panik am Tor und schließlich ihre Todesangst, als sie merkte, dass die Contassis sie anscheinend nicht gehört hatten und sie verzweifelt versucht hatte, Marks Angriff und Attacken zu entkommen. Sie beendete ihre Aussage mit Marks Messerangriff dass ihr schließlich die Sinne schwanden. Kommissar Martin beendete sein Protokoll und klappte sein Klemmbord zu. „Als Sie das Bewusstsein verloren hatte, kam zu einer heftigen Rangelei zwischen Ihrem Mann und Herrn Contassi“, erklärte er. Die Contassis hatten sehr wohl den Krach an ihrer Hintertür ihres Hauses. Gabriela, noch vom letzten Streit zwischen Mark und Susanne alarmiert, rief ebenfalls die Polizei und verlangte zusätzlich einen Rettungswagen. Marcello hatte sich mit einem Baseballschläger seines Sohnes bewaffnet und war in den Garten gestürmt. Dort sah er Susanne schwer blutend am Boden liegen, Mark über sie gebeugt, ein Jagdmesser in der Hand. Da habe Herr Contassi nicht lange gezögert, fuhr Kommissar Marti fort, und habe beherzt zugeschlagen. „Das hat Ihnen höchstwahrscheinlich das Leben gerettet“, vermutete Herr Martin. „Marcello“, flüsterte Susanne und ließ den Tränen freien Lauf „dann haben Gabriela und Marcello mich doch gehört?“ fragte Susanne. „Na, sicher“, erwiderte der Kommissar. „Sie haben wohl Krach wie eine ganze Fußballmannschaft gemacht. Vermutlich kam Ihnen die kurze Zeit, die Herr Contassie benötigte, um aus dem Bett zusteigen, sich mit dem Baseballschläger zu bewaffnen und dann ins Erdgeschoss zu laufen, nur viel zu lange vor, weil Sie absolut unter Adrenalinausschüttung und Todesangst standen. Dann empfindet man Sekunden wie Minuten. Das ist völlig normal.“ Er stand auf. „Ich werde morgen mit dem geschriebenen Protokoll noch einmal bei Ihnen vorbeischauen, damit Sie ihre Aussage dann unterschreiben können.“ Susanne nickte. „Eine Frage hätte ich da noch“, sie druckste ein wenig rum,„sie betrifft meinen Mann und Sabrina Fuchs. Wie geht`s es Mark denn nach der Baseballschläger- Attacke von Herrn Contassi und wie geht`s allgemein weiter? Ist er verhaftet worden?“ Kommissar Martin stellte den Besucherstuhl in die Ecke zurück. „Nun, ihr Mann hat ein ordentliches Schädel- Hirn- Trauma mit äußeren Prellmarken und Platzwunden. Er liegt zur Überwachung auf der Intensivstation der Chirurgie und wird rund um die Uhr von zwei Polizeibeamten bewacht. Und ja, es ist ein Haftbefehl erlassen. Sobald es sein Gesundheitszustand zulässt, wird er in die Untersuchungshaft verlegt werden. Er wird für so einiges zur Rechenschaft gezogen werden“, vermutete er.„Was Frau Fuchs angeht, so liegen bislang keine konkreten Beweise bezüglich irgendeiner Straftat vor. Es scheint so, als ob sie quasi nur Mitläuferin Ihres Mannes war. Aus Ihr ging höchstwahrscheinlich wenig kriminelle Energie hervor.“ Er stellte den Stuhl in die Ecke zurück. „Wichtig ist für Sie jetzt, dass erst einmal wieder auf die Füße kommen. Sie werden noch viel Kraft und Energie für die kommenden Wochen brauchen.“ Er verabschiedete sich und ließ Susanne mit ihren Gedanken alleine. Fortsetzung folgt.... 07.12.13 ... link (0 Kommentare) ... comment Im Land der Vollidioten?
shorty short, 23:06h
Die südtiroler Combo Frei.wild schafft es mit der neuen Scheibe „Still“ auf Platz 1 der Album- Charts in Deutschland. Da lebe ich wohl doch in einem „Land der Vollidioten“!
Schon seit längerem beobachte ich gerne und intensiv die Szene rund um diese fragwürdige Band, insbesondere nach dem Echo- Eklat im Frühjahr diesen Jahres. Sehr schwer nachzuvollziehen war für mich, dass man diese Band überhaupt mit einem Echo auszeichnen wollte (denn die Entstehung und die Herkunft, aber auch die Frage nach der Rechtsoffenheit dieser Gruppierung sollten nicht außer Acht gelassen werden, ebenso die Frage, ob man den Erfolg einer solchen Band, der ja die Meinung der Gesellschaft wiederspiegelt, mit einem Preis auszeichnen sollte). Noch schwerer nachzuvollziehen war für mich, dass Frei.wild für die erfolgreichste deutsche Band beim Echo nominiert waren. Seit wann liegt Südtirol in Deutschland, frage ich mich? Wieso also nicht für „Beste Band international“? Wären sie in dieser Rubrik gelandet, wären sie überhaupt nicht nominiert worden! (Denn beim Echo geht es ja um Verkaufszahlen!) Fakten sind, dass Philipp Burger einstig Mitglied der Rechtsrockband „Kaiserjäger“ war und Frei.wild heute noch Lieder aus der Zeit spielen, wie beispielsweise „Südtirol“- eine Homage an ihre Heimat, die teilweise jedoch sehr fragwürdige Passagen hat ( alle Feinde Südtirol sollen in der Hölle schmoren). Klar ist auch, dass die Mitglieder von Frei.wild, allen voran Philipp Burger, sich als Südtiroler bezeichnen, obwohl jeder weiß, das Südtirol eine italienische Provinz ist. Sie lehnen italienisch als Landessprache ab, schreiben ihre Texte aus diesem Grund auch in Deutsch. Schaut man sich allerdings die Südtiroler an, bemerkt man sehr schnell, dass sie gar kein Deutsch sprechen, sondern einen südtiroler Dialekt. Wieso also schreiben Frei.wild ihre Songs nicht in ihrer Heimatsprache, wenn sie doch so heimatverbunden sind und ihre Traditionen unbedingt aufrecht erhalten wollen? Vielleicht, weil dann nicht so viel verkauft wird? Auch wenn Frei.wild immer wieder gerne behaupten, sie wären nicht rechtsextremistisch, bleibt bei mir eine gewisse Skepsis, zumindest die Frage nach einer Rechtsoffenheit ist für mich nicht eindeutig geklärt. Für mich kollidiert das, was Frei.wild sagen mit dem, was sie tun und zeigen. Zum einen Burgers Vergangenheit und die Tatsache, dass sie immer noch Stücke aus der Zeit der „Kaiserjäger“ spielen. Klar hat jeder seine Vergangenheit und jeder hat auch das Recht auf eine neue Chance. Aber dafür muss man sich vollends von der Vergangenheit lossagen. Das machen sie nicht, im Gegenteil. Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger bekennt sich zu seiner Skinhead-Vergangenheit und bezeichnet diese heute als Fehler. Zugleich hatte er in Bezug auf den Song "Rache muss sein" Fehler eingeräumt. "Aus heutiger Sicht" sei der Song ein "Dreckslied, mit dem wir uns überhaupt nicht mehr identifizieren wollen", sagte Burger über den 2002 erstmals veröffentlichten Song. Die vermeintliche Einsicht hat die Band jedoch nicht davon abgehalten, die CD 2009 in einer Neuauflage herauszubringen – inklusive "Rache muss sein". „Jetzt liegst in deinem Blut/ Das Blut auf meinen Fäusten, ich find das steht mir gut", heißt es in dem Song "Rache muss sein". Ob das jugendgefährdend ist oder nicht, das sollte die Prüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPjM) feststellen. Das Verfahren wurde allerdings eingestellt. Grund: Die in einem Prüfauftrag des thüringischen Sozialministeriums genannten Internetseiten seien laut Bundesprüfstelle nicht mehr abrufbar. Das Ministerium in Erfurt bestätigte, dass die Links auf ein Frei.Wild-Video bei YouTube und einen Songtext auf der Homepage der Südtiroler Band inzwischen nicht mehr funktionierten. Die Videos zu ihren Songs, insbesondere zu „Wahre Werte“ beinhalten zu Hauf Elemente, die ich bedenklich finde. Menschen, uniform gekleidet, Fackelzüge, fragliche Handgrüße, marschierende Heimatverbundene… Eine Band, zu deren Fans auch eine große Anzahl Jugendliche und junge Erwachsenen zählen, hat eine gewisse Verantwortung, denn man kann Einfluss nehmen. Gerade unter diesem Aspekt und dem ständigen Hinweis Frei.wilds sie seien nicht rechtsoffen, hatte ich ein Umdenken der Südtiroler erwartet. Aber hier regiert nur Trotz und Verachtung, weiterhin Gewaltverherrlichung. Und so nehme ich ihnen ihr ganzes Gelaber, wie sie eigentlich sein wollen oder sind, nicht ab. Auch Jahre nach der Zeit der „Kaiserjäger“ war die Nähe zu rechtspopulistischen Parteien erkennbar. Im Jahre 2008 führte die Ankündigung der Band, auf einer Veranstaltung der Südtiroler Partei Die Freiheitlichen auftreten zu wollen, zu einer öffentlichen Diskussion, die Arbeit mit dem Label „Asphalt Records“ wurde eingestellt. Philipp Burger selbst war bis zum 2. Oktober 2008 Mitglied der Partei. Fraglich ist für mich, ob er sich freiwillig zu diesem Austritt entschied oder ob er sich quasi gezwungen sah, um den Erfolg von Frei.wild nicht zu gefährden. Wenn man sich das Parteiprogramm der Freiheitlichen anschaut, sträuben sich einem die Nackenhaare! Es ist absolut in Ordnung und auch wichtig, dass jeder sich seiner Tradition bewusst ist und sie auch pflegt. Aber es kommt auf die Art und Weise an. Frei.wild schüren Nationalstolz. Werte wie Heimatliebe, Vaterlandstreue, Tradition, innige Verbundenheit zu den Brüdern spielen den nationalorientierten Gruppierungen in Deutschland zu. Ob Frei.wild das nun will oder nicht. Deutschland hat seine eigene Vergangenheit, eine deutlich andere als Südtirol, das darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Umso wichtiger ist der sensible Umgang damit, auch für Frei.wild sollte das nachvollziehbar sein. Wenn hier in Deutschland Stimmen laut werden, die sich gegen Frei.wild und ihre Gedanken aussprechen und davor warnen, dass Frei.wild die Tür zum Rechtsextremismus in Deutschland öffnet, sollten sie diese Bedenken ernst nehmen, anstatt zu verhöhnen und als nichtig abzustempeln. ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13 status
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