| Shortys Gedankenwelt |
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Freitag, 6. Dezember 2013
Im Land der Vollidioten?
shorty short, 23:06h
Die südtiroler Combo Frei.wild schafft es mit der neuen Scheibe „Still“ auf Platz 1 der Album- Charts in Deutschland. Da lebe ich wohl doch in einem „Land der Vollidioten“!
Schon seit längerem beobachte ich gerne und intensiv die Szene rund um diese fragwürdige Band, insbesondere nach dem Echo- Eklat im Frühjahr diesen Jahres. Sehr schwer nachzuvollziehen war für mich, dass man diese Band überhaupt mit einem Echo auszeichnen wollte (denn die Entstehung und die Herkunft, aber auch die Frage nach der Rechtsoffenheit dieser Gruppierung sollten nicht außer Acht gelassen werden, ebenso die Frage, ob man den Erfolg einer solchen Band, der ja die Meinung der Gesellschaft wiederspiegelt, mit einem Preis auszeichnen sollte). Noch schwerer nachzuvollziehen war für mich, dass Frei.wild für die erfolgreichste deutsche Band beim Echo nominiert waren. Seit wann liegt Südtirol in Deutschland, frage ich mich? Wieso also nicht für „Beste Band international“? Wären sie in dieser Rubrik gelandet, wären sie überhaupt nicht nominiert worden! (Denn beim Echo geht es ja um Verkaufszahlen!) Fakten sind, dass Philipp Burger einstig Mitglied der Rechtsrockband „Kaiserjäger“ war und Frei.wild heute noch Lieder aus der Zeit spielen, wie beispielsweise „Südtirol“- eine Homage an ihre Heimat, die teilweise jedoch sehr fragwürdige Passagen hat ( alle Feinde Südtirol sollen in der Hölle schmoren). Klar ist auch, dass die Mitglieder von Frei.wild, allen voran Philipp Burger, sich als Südtiroler bezeichnen, obwohl jeder weiß, das Südtirol eine italienische Provinz ist. Sie lehnen italienisch als Landessprache ab, schreiben ihre Texte aus diesem Grund auch in Deutsch. Schaut man sich allerdings die Südtiroler an, bemerkt man sehr schnell, dass sie gar kein Deutsch sprechen, sondern einen südtiroler Dialekt. Wieso also schreiben Frei.wild ihre Songs nicht in ihrer Heimatsprache, wenn sie doch so heimatverbunden sind und ihre Traditionen unbedingt aufrecht erhalten wollen? Vielleicht, weil dann nicht so viel verkauft wird? Auch wenn Frei.wild immer wieder gerne behaupten, sie wären nicht rechtsextremistisch, bleibt bei mir eine gewisse Skepsis, zumindest die Frage nach einer Rechtsoffenheit ist für mich nicht eindeutig geklärt. Für mich kollidiert das, was Frei.wild sagen mit dem, was sie tun und zeigen. Zum einen Burgers Vergangenheit und die Tatsache, dass sie immer noch Stücke aus der Zeit der „Kaiserjäger“ spielen. Klar hat jeder seine Vergangenheit und jeder hat auch das Recht auf eine neue Chance. Aber dafür muss man sich vollends von der Vergangenheit lossagen. Das machen sie nicht, im Gegenteil. Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger bekennt sich zu seiner Skinhead-Vergangenheit und bezeichnet diese heute als Fehler. Zugleich hatte er in Bezug auf den Song "Rache muss sein" Fehler eingeräumt. "Aus heutiger Sicht" sei der Song ein "Dreckslied, mit dem wir uns überhaupt nicht mehr identifizieren wollen", sagte Burger über den 2002 erstmals veröffentlichten Song. Die vermeintliche Einsicht hat die Band jedoch nicht davon abgehalten, die CD 2009 in einer Neuauflage herauszubringen – inklusive "Rache muss sein". „Jetzt liegst in deinem Blut/ Das Blut auf meinen Fäusten, ich find das steht mir gut", heißt es in dem Song "Rache muss sein". Ob das jugendgefährdend ist oder nicht, das sollte die Prüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPjM) feststellen. Das Verfahren wurde allerdings eingestellt. Grund: Die in einem Prüfauftrag des thüringischen Sozialministeriums genannten Internetseiten seien laut Bundesprüfstelle nicht mehr abrufbar. Das Ministerium in Erfurt bestätigte, dass die Links auf ein Frei.Wild-Video bei YouTube und einen Songtext auf der Homepage der Südtiroler Band inzwischen nicht mehr funktionierten. Die Videos zu ihren Songs, insbesondere zu „Wahre Werte“ beinhalten zu Hauf Elemente, die ich bedenklich finde. Menschen, uniform gekleidet, Fackelzüge, fragliche Handgrüße, marschierende Heimatverbundene… Eine Band, zu deren Fans auch eine große Anzahl Jugendliche und junge Erwachsenen zählen, hat eine gewisse Verantwortung, denn man kann Einfluss nehmen. Gerade unter diesem Aspekt und dem ständigen Hinweis Frei.wilds sie seien nicht rechtsoffen, hatte ich ein Umdenken der Südtiroler erwartet. Aber hier regiert nur Trotz und Verachtung, weiterhin Gewaltverherrlichung. Und so nehme ich ihnen ihr ganzes Gelaber, wie sie eigentlich sein wollen oder sind, nicht ab. Auch Jahre nach der Zeit der „Kaiserjäger“ war die Nähe zu rechtspopulistischen Parteien erkennbar. Im Jahre 2008 führte die Ankündigung der Band, auf einer Veranstaltung der Südtiroler Partei Die Freiheitlichen auftreten zu wollen, zu einer öffentlichen Diskussion, die Arbeit mit dem Label „Asphalt Records“ wurde eingestellt. Philipp Burger selbst war bis zum 2. Oktober 2008 Mitglied der Partei. Fraglich ist für mich, ob er sich freiwillig zu diesem Austritt entschied oder ob er sich quasi gezwungen sah, um den Erfolg von Frei.wild nicht zu gefährden. Wenn man sich das Parteiprogramm der Freiheitlichen anschaut, sträuben sich einem die Nackenhaare! Es ist absolut in Ordnung und auch wichtig, dass jeder sich seiner Tradition bewusst ist und sie auch pflegt. Aber es kommt auf die Art und Weise an. Frei.wild schüren Nationalstolz. Werte wie Heimatliebe, Vaterlandstreue, Tradition, innige Verbundenheit zu den Brüdern spielen den nationalorientierten Gruppierungen in Deutschland zu. Ob Frei.wild das nun will oder nicht. Deutschland hat seine eigene Vergangenheit, eine deutlich andere als Südtirol, das darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Umso wichtiger ist der sensible Umgang damit, auch für Frei.wild sollte das nachvollziehbar sein. Wenn hier in Deutschland Stimmen laut werden, die sich gegen Frei.wild und ihre Gedanken aussprechen und davor warnen, dass Frei.wild die Tür zum Rechtsextremismus in Deutschland öffnet, sollten sie diese Bedenken ernst nehmen, anstatt zu verhöhnen und als nichtig abzustempeln. ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13 status
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