| Shortys Gedankenwelt |
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Freitag, 11. April 2014
Glaube und Religion- seit Menschengedenken ein Grund für Kriege
shorty short, 01:13h
Vor einigen Tagen gab es im TV eine Talkshow, in der es um den Islam ging und die Frage, ob der Islam und der Faschismus ähnlich sind und ob Parallelen vorhanden sind. Es war eine sehr interessante und belebte Diskussion.
Erschreckend fand ich einen Gast und seine Ansichten. Es war ein Imam aus Deutschland, der den Salafisten angehörig zu sein scheint. Und es kam bei mir die Frage auf, wieso es auch heute im 21. Jahrhundert so unendlich schwer ist, beim Thema Glaube und Religion andere Meinungen zu akzeptieren? Im sehr frühen Mittelalter sind die Christen auf ihren Kreuzzügen in den nahen Osten und nach Persien gezogen, um ihren Glauben zu verbreiten und „Ungläubige“ (in diesem Fall Andersgläubige)zu bekehren. Dabei wurde nicht auf Freiwilligkeit gesetzt, sondern es galt das Motto: „Entweder du glaubst, was wir wollen oder du stirbst.“ Zum Glück hat uns diese Zeit gelehrt, dass man andersgläubigen Menschen seinen Glauben nicht aufzwängen kann und auch nicht darf. Unsere Religion wurde hinterfragt, vielfach reformiert, Kirche und Staat wurden getrennt, natürlich in einem jahrhundertenlangen Prozess. Sicherlich gibt es noch sehr viele Gebiete, die es zu reformieren gilt, so dass man im Christentum von einer toleranten und akzeptierenden Kirche sprechen kann, aber die christliche Kirche hat dazugelernt. Sie hat gelernt, dass man Widersacher und Gegner nicht auslöschen kann und dass es im Widerspruch zu den Geboten steht. „Du sollst nicht töten“ gilt für alle Menschen, egal, welchen Glaubens man ist. Es ist der Glaube jedes einzelnen, den man zu akzeptieren hat, egal, ob man es versteht oder nachvollziehen kann oder nicht. Wenn es jemandem hilft, an Naturgeister zu glauben, bitte, warum nicht. Wenn jemand daran glaubt, nach dem Tod ins Paradies zu gelangen, ist doch schön für ihn. Ob jemand glaubt, dass es Jesus gab oder Mohammed oder Buddha- völlig uninteressant für mich und auch, wenn jemand nur an die Wissenschaften glaubt, ist er ein gleichwertiger Mensch und nicht weniger wert. Der Glaube ist etwas sehr persönliches. Jeder entscheidet selbst, was er glaubt. Und jeder darf glauben, was er will, solange er weder andere belästigt noch deren Persönlichkeitsrechte beschneidet. Es wird in einigen Weltreligionen gerne das Argument vorgebracht, dieser Mensch käme dann in die Hölle. Egal oder? Er glaubt doch nicht, also ist ihm auch die Hölle egal. Und wenn es die Hölle doch geben sollte (man weiß es ja nicht, deswegen ist es ein Glaube und keine Wissenschaft), nun ja, man hat ihn vorgewarnt, aber jeder Mensch darf seine eigenen Entscheidungen treffen, auch, wenn es sein Verderben sein sollte. Ebenso sollte es möglich sein, andere Religionen/ Glauben kritisieren zu dürfen, ohne bedroht zu werden. Es ist ähnlich wie mit der Ehre. Niemand kann einem Würde und Ehre durch Worte/ Beleidigungen entziehen. Würde und Ehre ist das, was man sich selbst gibt und nimmt- durch persönliche Taten. Und dazu zählt m.E. nicht, jemandem Gewalt anzutun, weil man sich oder die Familie beleidigt sieht. Ehrenhaft verhält sich der, der sich für Schwächere einsetzt beispielsweise oder so viel Selbstbewusstsein hat, dass Beleidigungen einfach an ihm abprallen und er seinem Gegner die Hand reicht. Dieser Imam war in der TV Show der Meinung, niemand dürfe ungestraft seinen Glauben und den Koran in Frage stellen. Keiner dürfe Religion generell kritisieren. So war er wirklich der Meinung, dass niemand jemals in einer Talkshow das Christentum kritisieren würde. „Sehr realitätsfern!“ dachte ich. "Schaut der nie Fernseh!?" Die christliche Kirche, insbesondere die kath. Kirche wird kritisiert, beschimpft, ja, ist sogar in deutschen Satireshows Thema Nr. 1. Und niemand wird dafür gesteinigt, erschossen oder nur bedroht. Die Zeiten waren einmal, in denen Menschen, die sich gegen die Kirche gestellt haben, bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Derjenige, der wirklich glaubt, wird sich doch nicht durch Worte beleidigen oder in seinem Glauben beirren lassen? Er glaubt doch für sich und nicht für andere! Sollte der Gläubige nicht eher mit Wohlwollen auf die schauen, die seinen Glauben denunzieren, und für sie beten, anstatt seinen Glauben mit Gewalt zu verteidigen? Ich kann mir sehr schwer vorstellen, dass Allah oder Gott es gutheißen, dass jemand, sein Leben oder seine Versehrtheit geben muss, weil er nicht glaubt! Es ist mir ebenso unbegreiflich, dass Allah oder Gott, es gutheißt und auch so bestimmt hat, dass der, der in den Heiligen Krieg für den Glauben zieht und fällt, dabei auch noch „Ungläubige“ mit in den Tod reißt, einen Bonus am Tag der Jüngsten Gerichtes bekommt!? Auch die Christen waren auf ihren Kreuzzügen dieser meinung. Wer glaubt, hält Gott doch nicht für strafend oder zerstörerisch, sondern für gütig und barmherzig. Gott unterscheidet die Menschen nicht,weder nach Aussehen, sexuellen Vorlieben oder gar dem Glauben. Denn alle Menschen sind von Gott erschaffen, auch die „Ungläubigen“ und vor Gott sind alle gleich. Der einzige, der ständig unterscheidet und sich somit ständig über andere zu erheben versucht, ist der Mensch! Wer von sich glaubt, dass sein Glaube der einzig wahre ist, kann sich glücklich schätzen, aber er ist nicht in der Position, über andere zu urteilen oder gar auf sie herabschauen, sie zu verfolgen oder zubedrohen, nur, weil sie noch nicht zu dieser Erkenntnis gekommen ist. Er kann allenfalls für diese Menschen beten- mehr aber auch nicht. Religion und Staat haben nichts miteinander zu tun und sollten strikt voneinander getrennt werden. Glaube ist Glaube, er ist etwas Persönliches. In dem Moment, wo der Glaube, die Religion Einfluss auf den Staat und die Gerichtsbarkeit hat, ist es nichts Persönliches mehr, weil der Einzelne sich dem nicht entziehen kann. Er kann nicht mehr frei über seinen Glauben entscheiden. In staatlichen Gesetzen geht es nicht darum, ob ich an etwas glauben muss, die Gesetze unterliegen dem Allgemeinwohl, dem Wohle der Gesellschaft, dem Wohle und der Unversehrtheit jedes Einzelnen in Frieden zu leben. Ist jedoch die Bibel oder der Koran Grundlage staatlicher Rechtsprechung ist es völlig klar, dass jemand, der nicht an Gott glaubt, sich den Richtlinien nicht unterwerfen wird, zumal man diese Schriften auch in vielfältigen Weise interpretieren und auslegen kann, was ja auch weltweit immer wieder geschieht. Jeder Gläubige zieht aus den Schriften, was er glaubt, für ihn richtig zu sein. Das ist allerdings nicht allgemeingültig, im Gegensatz zu staatlichen Gesetzen und Verboten. Einfach aufgrund dessen kommt es immer wieder zu Streitigkeiten und Kriegen zwischen den Gläubigen und ihren Gruppierungen, die alle für sich ihren Glauben gefunden haben und meinen, dieser sei allgemeingültig. Dabei wird immer mehr und zunehmend vergessen, dass das oberste Ziel jeder Religion der Friede zwischen den Menschen ist und nicht die Erlangung von Macht über Menschen oder deren Unterwerfung. Gerade die Gläubigen sollten dem Weg und der Weisung ihres Gottes folgen, anstatt im Namen ihres Gottes zu töten. Jesus hat seinen Widersachern die Hand gereicht und ihnen vergeben, auch er hätte sich rächen können und Vergeltung erzwingen. Und so sollten die, die angeben, dem Weg Gottes zu folgen, diesen Weg friedlich und gütig fortführen, anstatt im Namen Jesu oder für den Glauben Kriege zuführen. All die, die in einen Krieg ziehen mit dem Banner auf dem steht „Für meinen Glauben und für meinen Gott“ gehen nicht den Weg, den Gott ihnen vorgegeben hat, sondern haben einen Weg eingeschlagen, der von Menschen vorgegeben ist mit dem alleinigen Ziel, Macht und Einfluss über Menschen zu haben und sie unter dem Deckmantel der Religion gefügig zu machen. ... link (0 Kommentare) ... comment Sonntag, 15. Dezember 2013
Lampedusa ist überall
shorty short, 15:51h
Liebe Leute,
das Video ist hart, aber so ist auch die Welt da draußen. Mir kamen die Tränen! Friedemann, Sänger und Songwriter bei Cor hat mit einigen wenigen Worten geschafft, das auszudrücken, was ich fühle! Leute schaut euch das Video an und vor allem hört es euch an. Wer dabei kalt und unberührt bleibt, weil es nur Bilder und Worte sind, die für ihn/ sie weit entfernt sind, der hat seine Menschlichkeit bereits verloren. Lampedusa ist überall, im Stadtteil nebenan, im Sportverein, in der Schule und auf der Arbeit, aber natürlich auch in jedem Flüchtlingslager, Asylheim, hinter jeder Billigkettenproduktion. Hier der link: COR - Lampedusa Blues (Lampedusa ist überall) www.ruegencore.de In diesem Sinne... besinnlichen dritten Advent! ... link (1 Kommentar) ... comment Freitag, 13. Dezember 2013
Onlineversand oder in den Laden um die Ecke?
shorty short, 14:11h
Die Frage stellt sich bestimmt jeder hin und wieder, insbesondere kurz vor dem Fest der Geschenke, äh der Liebe natürlich.
Klar ist es super bequem vom Sofa aus "shoppen" zu gehen, schön eine Sache nach der anderen in den Warenkorb zu legen und mit einem weiteren Mausklick den Kauf abzuschließen, ohne richtig verstanden zu haben, wieviel Geld man gerade verschleudert hat. Ist aber auch nicht so wichtig, sind ja nur Zahlen und wenn es zuviel war, wird die Ware eben wieder zurückgeschickt. Letzten Sonntag hat Günther Jauch bei sich in der Sendung über dieses Thema diskutiert und ich war sehr überrascht, dass Zweidrittel aller Bestellungen wieder retour gehen. Ist ja logisch, wenn man etwas genauer drüber nachdenkt. Es gibt im Internet weder eine Beratung noch die Möglichkeit, die Klamotten anzuprobieren. Also bestellt man gleich drei Größen, eine wird schon passen. Oft verspricht das Bild mehr als die Wirklichkeit. Dass dabei unglaubliche Kosten entstehen und zudem die Umwelt unnötig belastet wird, wird bei den Konsumenten nicht bedacht. Hauptsache schnell und günstig, und Zeit zum Shoppen mit Freunden hat heutzutage eh keiner mehr. Was für eine trostlose Welt! Der Einzelhandel kämpft ums Überleben, kleine Boutiquen müssen schließen, Innenstädte verwaisen, dafür boomen aber der Onlinhandel und riesige Einkaufszentren an den Randbezirken. Wo aber soll sich die ältere Dame ihre Unterwäsche kaufen oder sich beraten lassen, welche stoffliche Qualität die angebliche Seidenbluse wirklich hat? Während ältere Menschen mit dem Einkauf soziale Kontakte pflegten, verwaisen auch diese bald. Wir leben in einer hektischen Zeit, die wir uns selbst aufdiktieren. In einer nahezu virtuellen Welt, in den wir Klamotten kaufen, Bücher lesen, Zeitungen abbonieren und hunderte von Freunden haben, von denen wir die Hälfte nicht einmal persönlich gesprochen oder getroffen haben. "Ich habe keine Zeit zum Shoppen!" sagte die Tochter von Herrn Karrassek, die ebenfalls bei Herrn Jauch zu Gast war. Keine Zeit für sich? Keine Zeit, sich etwas Gutes zu tun? Keine Zeit für einen gemütlichen Stadtbummel mit einer Freundin? Keine Zeit, "sinnlos" zu tratschen und den neuesten Klatsch bei einer Tasse Kaffee zu diskutieren? Keine Zeit für einen netten Gedankenaustausch mit der Verkäuferin? Keine Zeit, Sachen anzuprobieren, die man sich vielleicht gar nicht so recht leisten kann, nur um einmal zu sehen, wie toll man sich darin fühlen kann? Keine Zeit, die Erlebnisse des Nachmittages am Ende des Tages mit dem Partner zu teilen und die neuen Errungenschaften zu präsentieren und sich dabei an die schönen Momente des Tages zu erinnern? Keine Zeit zu genießen? Stattdessen ein paar Mausklicke und weiter gehts im ständigen Zeitdruck, dem Lauf der Welt nachzuhetzen und nicht zurückzubleiben, egal, welche Opfer man dafür erbringen muss. In diesem Sinne... ... link (0 Kommentare) ... comment Mittwoch, 11. Dezember 2013
Komasaufen- oder was soll man sonst machen?
shorty short, 14:53h
Schön, dass die Zahlen der alkoholkonsumierenden Jugendlichen zu sinken scheinen. Aber was nützt es, wenn die, die saufen, sich dermaßen abschießen?
Woran liegt es? Gruppenzwang, mangelndes Selbstbewusstsein, Zukunftsängste, Scheiß- egal- Einstellung, keine Perspektive, Langeweile? Auch wir haben früher mal einen zuviel getrunken, vielleicht auch mal einen Filmriss gehabt, aber so dermaßen gesoffen, dass man mit einem Bein in der Kiste stand, gab es nicht- jedenfalls nicht so verbreitet. Diese Kinder/ Jugendlichen sind unsere Zukunft und wir lassen sie alleine. Eine Jugendeinrichtung nach der anderen wird geschlossen, neu errichtet wird nichts. Den Politikern geht es immer nur darum, die kleinen Kinder versorgt und untergebracht zu sehen, damit dioe Eltern arbeiten können. Aber brauchen die größeren nicht auch Unterstützung, Zuwendung, einen Ort, wo sie hinkommen, wenn die Eltern den Tag über arbeiten oder wenn es zuhause nicht gerade heimelig ist? Die werden vergessen und alle wundern sich, dass sie zur Flasche greifen! Was soll aus diesen Kindern - oftmals sind es ja noch Kinder- werden, wenn die sich regelmäßig bereits im frühen Jugendalter die Birne zukippen und ins Koma fallen? Gesund ist das weder für die körperliche aber schon gar nicht für die psychische Entwicklung! http://www.topnews.de/komasaufen-alkoholvergiftungen-bei-jugendlichen-dramatisch-angestiegen-335020 In diesem Sinne... ... link (0 Kommentare) ... comment Freitag, 6. Dezember 2013
Im Land der Vollidioten?
shorty short, 23:06h
Die südtiroler Combo Frei.wild schafft es mit der neuen Scheibe „Still“ auf Platz 1 der Album- Charts in Deutschland. Da lebe ich wohl doch in einem „Land der Vollidioten“!
Schon seit längerem beobachte ich gerne und intensiv die Szene rund um diese fragwürdige Band, insbesondere nach dem Echo- Eklat im Frühjahr diesen Jahres. Sehr schwer nachzuvollziehen war für mich, dass man diese Band überhaupt mit einem Echo auszeichnen wollte (denn die Entstehung und die Herkunft, aber auch die Frage nach der Rechtsoffenheit dieser Gruppierung sollten nicht außer Acht gelassen werden, ebenso die Frage, ob man den Erfolg einer solchen Band, der ja die Meinung der Gesellschaft wiederspiegelt, mit einem Preis auszeichnen sollte). Noch schwerer nachzuvollziehen war für mich, dass Frei.wild für die erfolgreichste deutsche Band beim Echo nominiert waren. Seit wann liegt Südtirol in Deutschland, frage ich mich? Wieso also nicht für „Beste Band international“? Wären sie in dieser Rubrik gelandet, wären sie überhaupt nicht nominiert worden! (Denn beim Echo geht es ja um Verkaufszahlen!) Fakten sind, dass Philipp Burger einstig Mitglied der Rechtsrockband „Kaiserjäger“ war und Frei.wild heute noch Lieder aus der Zeit spielen, wie beispielsweise „Südtirol“- eine Homage an ihre Heimat, die teilweise jedoch sehr fragwürdige Passagen hat ( alle Feinde Südtirol sollen in der Hölle schmoren). Klar ist auch, dass die Mitglieder von Frei.wild, allen voran Philipp Burger, sich als Südtiroler bezeichnen, obwohl jeder weiß, das Südtirol eine italienische Provinz ist. Sie lehnen italienisch als Landessprache ab, schreiben ihre Texte aus diesem Grund auch in Deutsch. Schaut man sich allerdings die Südtiroler an, bemerkt man sehr schnell, dass sie gar kein Deutsch sprechen, sondern einen südtiroler Dialekt. Wieso also schreiben Frei.wild ihre Songs nicht in ihrer Heimatsprache, wenn sie doch so heimatverbunden sind und ihre Traditionen unbedingt aufrecht erhalten wollen? Vielleicht, weil dann nicht so viel verkauft wird? Auch wenn Frei.wild immer wieder gerne behaupten, sie wären nicht rechtsextremistisch, bleibt bei mir eine gewisse Skepsis, zumindest die Frage nach einer Rechtsoffenheit ist für mich nicht eindeutig geklärt. Für mich kollidiert das, was Frei.wild sagen mit dem, was sie tun und zeigen. Zum einen Burgers Vergangenheit und die Tatsache, dass sie immer noch Stücke aus der Zeit der „Kaiserjäger“ spielen. Klar hat jeder seine Vergangenheit und jeder hat auch das Recht auf eine neue Chance. Aber dafür muss man sich vollends von der Vergangenheit lossagen. Das machen sie nicht, im Gegenteil. Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger bekennt sich zu seiner Skinhead-Vergangenheit und bezeichnet diese heute als Fehler. Zugleich hatte er in Bezug auf den Song "Rache muss sein" Fehler eingeräumt. "Aus heutiger Sicht" sei der Song ein "Dreckslied, mit dem wir uns überhaupt nicht mehr identifizieren wollen", sagte Burger über den 2002 erstmals veröffentlichten Song. Die vermeintliche Einsicht hat die Band jedoch nicht davon abgehalten, die CD 2009 in einer Neuauflage herauszubringen – inklusive "Rache muss sein". „Jetzt liegst in deinem Blut/ Das Blut auf meinen Fäusten, ich find das steht mir gut", heißt es in dem Song "Rache muss sein". Ob das jugendgefährdend ist oder nicht, das sollte die Prüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPjM) feststellen. Das Verfahren wurde allerdings eingestellt. Grund: Die in einem Prüfauftrag des thüringischen Sozialministeriums genannten Internetseiten seien laut Bundesprüfstelle nicht mehr abrufbar. Das Ministerium in Erfurt bestätigte, dass die Links auf ein Frei.Wild-Video bei YouTube und einen Songtext auf der Homepage der Südtiroler Band inzwischen nicht mehr funktionierten. Die Videos zu ihren Songs, insbesondere zu „Wahre Werte“ beinhalten zu Hauf Elemente, die ich bedenklich finde. Menschen, uniform gekleidet, Fackelzüge, fragliche Handgrüße, marschierende Heimatverbundene… Eine Band, zu deren Fans auch eine große Anzahl Jugendliche und junge Erwachsenen zählen, hat eine gewisse Verantwortung, denn man kann Einfluss nehmen. Gerade unter diesem Aspekt und dem ständigen Hinweis Frei.wilds sie seien nicht rechtsoffen, hatte ich ein Umdenken der Südtiroler erwartet. Aber hier regiert nur Trotz und Verachtung, weiterhin Gewaltverherrlichung. Und so nehme ich ihnen ihr ganzes Gelaber, wie sie eigentlich sein wollen oder sind, nicht ab. Auch Jahre nach der Zeit der „Kaiserjäger“ war die Nähe zu rechtspopulistischen Parteien erkennbar. Im Jahre 2008 führte die Ankündigung der Band, auf einer Veranstaltung der Südtiroler Partei Die Freiheitlichen auftreten zu wollen, zu einer öffentlichen Diskussion, die Arbeit mit dem Label „Asphalt Records“ wurde eingestellt. Philipp Burger selbst war bis zum 2. Oktober 2008 Mitglied der Partei. Fraglich ist für mich, ob er sich freiwillig zu diesem Austritt entschied oder ob er sich quasi gezwungen sah, um den Erfolg von Frei.wild nicht zu gefährden. Wenn man sich das Parteiprogramm der Freiheitlichen anschaut, sträuben sich einem die Nackenhaare! Es ist absolut in Ordnung und auch wichtig, dass jeder sich seiner Tradition bewusst ist und sie auch pflegt. Aber es kommt auf die Art und Weise an. Frei.wild schüren Nationalstolz. Werte wie Heimatliebe, Vaterlandstreue, Tradition, innige Verbundenheit zu den Brüdern spielen den nationalorientierten Gruppierungen in Deutschland zu. Ob Frei.wild das nun will oder nicht. Deutschland hat seine eigene Vergangenheit, eine deutlich andere als Südtirol, das darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Umso wichtiger ist der sensible Umgang damit, auch für Frei.wild sollte das nachvollziehbar sein. Wenn hier in Deutschland Stimmen laut werden, die sich gegen Frei.wild und ihre Gedanken aussprechen und davor warnen, dass Frei.wild die Tür zum Rechtsextremismus in Deutschland öffnet, sollten sie diese Bedenken ernst nehmen, anstatt zu verhöhnen und als nichtig abzustempeln. ... link (0 Kommentare) ... comment Montag, 25. November 2013
Stolz und Vorurteil? ...oder wie war das noch mit der Toleranz und der Ehre
shorty short, 20:59h
Letztendlich sind wir alle Menschen und alle gleich. Menschen, die zufällig in einer bestimmten Region der Welt geboren sind. Menschen, die, egal wo sie leben, doch dieselben Wünsche haben: jeder möchte um seiner selbst Willen geliebt und anerkannt werden und so leben wie er es möchte.
Ich habe mich gestern mit einem 15-jährigen Jungen unterhalten, der hier in Deutschland geboren ist, aber den Kosovo als sein Herkunftsland ansieht, weil seine familiären Wurzeln dort liegen. Er ist gläubiger Moslem, wenn auch, wie er sagt, nicht streng praktizierend. Ich halte diesen Jungen für sehr intelligent, interessiert, weltoffen und tolerant, was andere Formen der Lebensführung und andere Religionen angeht. Umso mehr hat mich das Gespräch mit diesem Jungen mehr als nachdenklich gestimmt. Ich erfuhr von ihm, dass es nicht nur für Menschen im Kosovo, sondern auch für die in Deutschland lebenden aus dem Kosovo stammenden Menschen selbstverständlich ist, Respekt vor dem Alter zu haben. Ein in erster Linie sehr lobenswerter Leitsatz, von dem wir uns alle eine Scheibe abschneiden sollten. Wie oft steigen heutzutage ältere Menschen in den übervollen Bus und niemand steht auf, um seinen Platz anzubieten. Ebenso haben ältere Menschen eine viel größere Lebenserfahrung. Gerade junge Menschen sollten sich öfter einmal mit unseren „Alten“ zusammensetzen und sich Geschichten von früher anhören. So manch einer könnte noch was daraus lernen. Dennoch stößt dieser bedingungslose Gehorsam gegenüber der älteren Generation, auch gegenüber den eigenen Eltern, bei mir auf einen inneren Widerstand. Bedingungsloser Gehorsam kann nicht gut sein! Und schon gar nicht, wenn dieser Gehorsam nur aufgrund eines Kriteriums, das Alter, vorherrscht! Kritik äußern und etwas in Frage stellen bedeutet nicht zwangsläufig mangelnder Respekt! Es ist nun mal der Lauf der Zeit, dass sich Dinge ändern, der Fortschritt bringt unweigerlich neue Ansichten und Meinungen mit sich. Das, was in der letzten Generation vielleicht Zuspruch fand und als das Non-plus-ultra gesehen wurde, ist heute schon veraltet. Dennoch heißt es nicht, dass die Menschen damals dumm waren, es war nur eine andere Zeit! Nur wenn etwas in Frage gestellt werden darf, wird der Gedanke erlaubt, über Veränderungen nachzudenken und sie zuzulassen. Ohne Veränderungen keinen Fortschritt! Sehr bedenklich finde ich diesen Grundgehorsam in Familienstrukturen. Eltern haben immer recht, Eltern wird grundsätzlich nie widersprochen, auch, wenn man weiß, dass etwas absolut falsch ist! Was für ein Irrsinn! Genauso ist es zwischen den Geschwistern: der Älteste hat das Sagen, der jüngste die A…karte! Selbst körperliche Züchtigung unter den Geschwistern ist erlaubt, wenn der Jüngere etwas in Frage stellt oder gar diskutieren möchte. Wo und wann aber lernen Kinder, sich eine eigene Meinung zu bilden und vor allem, sie sinnvoll zu vertreten? Sinnvoll heißt: mit Worten, nicht mit Fäusten. Ist dieser bedingungslose Gehorsam den Älteren gegenüber etwa auch der Grund dafür, dass man einem politischen Führer bedingungslos hinterherläuft, ohne zu hinterfragen, weil man es einfach nicht gelernt hat? Ich erfuhr weiter, dass Homosexualität „nicht geht“. Anscheinend gibt es dieses „Phänomen“ im Kosovo nicht, hatte ich den Eindruck! Wer öffentlich zugibt, auf Männer zu stehen, bringt Schande über das Ansehen der Familie. (Wir haben dabei nur über Schwule gesprochen, nie über Lesben...) Die Folgen, wie Missachtung bis Übergriffe auf Mensch und Besitz, träfen die gesamte Familie. Wobei Missachtung wohl das erträglichste wäre! Warum? „Homosexualität ist unnatürlich!“ bekam ich ganz klar zur Antwort. Mein Hinweis, dass es Homosexualität allerdings auch in der Natur gibt, stritt der Junge nicht ab. Er konnte mir sogar sagen, bei welchen Tieren, aber für Menschen „geht es nicht“. Auf Nachfrage meinerseits gab er zu, dass es eher in Kauf genommen wird, dass ein Sohn sein Leben lang unglücklich sein wird, als dass er sich „outet“- nur um das Ansehen der Familie zu bewahren! Auch er würde lieber einen unglücklichen Sohn haben, der vielleicht sogar an diesem Zustand zerbricht, als einen Schandfleck in der Familie. „Besser ein toter Sohn als ein schwuler Sohn!“ scheint nach seiner Aussagen verbreitet zu sein. Denn alles, was man macht, macht man zur Hälfte (oder noch mehr) für die Eltern. Wie man ist, fällt auf die Eltern zurück. Im Falle eines homosexuellen Sohnes, würde es bedeuten, dass die Eltern in ihrer Erziehung etwas grundlegend falsch gemacht hätten. Was, wie jeder eigentlich heutzutage wissen sollte, einfach falsch ist. Man wird nicht durch eine bestimmte Art der Erziehung schwul und es ist auch keine Krankheit. Ich frage mich, wie es wichtiger sein kann, was andere (Familie, das Dorf) über einen denken als das Glück des eigenen Kindes? Vor einigen Jahrzehnten war diese Einstellung auch in Deutschland noch flächendeckend verbreitet. Dennoch gab es auch damals Schwule in Deutschland. Es ist ja keinesfalls so, dass durch die steigende Akzeptanz Homosexuellen gegenüber, die Zahl der Schwulen und Lesben gestiegen ist. Ebenso ist es ein Trugschluss, dass man Homosexualität „ausmerzen“ könne, wenn man vehement dagegen vorgeht (Beispiel Russland!). Wer darauf angewiesen zu sein scheint, was das Umfeld über einen selbst oder die Familie denkt und das Glück der eigenen Person und seiner Familie nur von der Meinung des Umfeldes abhängig macht, sollte schleunigst sein eigenes Selbstbewusstsein überdenken und bearbeiten. So ein Verhalten hat in meinen Augen nichts mit „Tradition“ zu tun. Desweiteren erfuhr ich, dass „erwartet“ wird (von wem auch immer? Den Eltern, der Familie, dem Dorf…), dass man islamisch heiratet. Es kommt eine Christin oder ein Heide nur dann in Frage, wenn er/ sie sich zum Islam bekennt. Warum? fragte ich. Bei der Antwort habe ich wirklich nicht meinen Ohren trauen wollen: „Das Blut soll nicht vermischt werden!“ Ehrlich, bei solchen Äußerungen stellen sich meine Nackenhaare auf! Das Volk der Menschen aus dem Kosovo müsse erhalten werden und das ginge nur, wenn man im eigenen Volk bleibt. (Zu welcher Zeit leben wir, dachte ich. 1933?) Die einzige Frage, die sich junge Männer im heiratsfähigen Alter stellen (die in Deutschland leben) ist, ob sie sich eine Frau aus dem Kosovo „holen“ oder eine, die in Deutschland aufgewachsen ist. Liebe scheint nicht an oberster Stelle zu stehen! Der zweite Grund, den er nannte, war, dass das Ziel sein sollte, dass es irgendwann auf der Welt nur noch eine Religion gibt, um Frieden weltweit zu bringen. Deswegen muss der, der nicht Moslem ist, zum Islam konvertieren. Zugegeben ein sehr großer Teil der Kriege sind Glaubenskriege. Allerdings scheint es nicht egal zu sein, welcher Glaube der alleinige sein sollte. Wenn es nur um den Weltfrieden ginge, wäre es ja auch eine Möglichkeit, dass der, der muslimischen Glaubens ist zum Christentum konvertiert. Nein, war die resolute Antwort, das würde nicht gehen. Denn, wer vom Islam weggeht, wird in der „Hölle“ schmoren, wer aber zum islamischen Glauben konvertiert, dem sind alle Sünden vergeben. Irgendwie kam mein Argument nicht an, dass der, der vom Islam weggeht und zum Christentum konvertiert, ja ohnehin nichts mehr mit dem Islam zu tun hat und in den christlichen „Himmel“ kommt, denn er sei ja nun Christ und nicht mehr Moslem. Und dabei steht doch im Koran, dass andere Religionen zu tolerieren sind, oder irre ich mich da? Anscheinend ist das alles Auslegungssache! Wenn sich ein Mädchen für einen deutschen Mann entscheidet, würde sie von der Familie verstoßen werden!!! Das Glück des Mädchens scheint an letzter Stelle zu stehen! Liebe? Wird sowieso überbewertet. Man lernt sich zu lieben und wichtiger seien toleranz und Akzeptanz. Aber wie intolerant ist das bitte andersgläubigen Menschen gegenüber! Sind Menschen, die anderen oder gar keines Glaubens sind, denn minderwertiger? Wir in Deutschland werden doch hin und wieder als ausländerfeindlich und intolerant gegenüber anderen Religionen/ Kulturen bezeichnet. … Hier in Deutschland kann man als Schwuler durch die Straßen laufen, mit Kopftuch, ohne Kopftuch, mit Turban, in langen Gewändern- völlig egal. Es gibt Kirchen, Moscheen, deutsche Friedhöfe, jüdische Friedhöfe. Zugegeben auch einige, auf jeden Fall zu viele Arschlöcher, die gedanklich entweder 1933 stehengeblieben sind oder sich gerne dorthin beamen würden, weil sie heute nicht klarkommen. Die kann hier niemand gebrauchen, ehrlich! Auch sollte jeder sich gegen solche Menschen stellen! Aber alles in allem sind wir ziemlich tolerant. Gerade im Hinblick auf die Ansprüche, die an uns Deutsche erhoben werden: absolute Toleranz gegenüber allem und jedem, empfinde ich solche Ansichten wie oben geschildert als sehr intolerant und respektlos dem Christentum, Nicht- und Andersgläubigen gegenüber. Ich kann doch von meinem Gegenüber oder Anderen nur das erwarten, was auch ich in der Lage bin, aufzubringen. Oder sehe ich das falsch? Ich beispielsweise bin katholisch erzogen, mein Glaube an die Kirche als Institution hat sich im Laufe meines Lebens gemindert, aber ich bin Christin. Mir ist völlig egal, was jemand glaubt, woran er glaubt, wie er seinen Glauben lebt. Das ist etwas, was jeder mit sich selbst ausmachen muss und soll. Ich beurteile niemanden anhand seines Glaubens, sondern nur anhand seiner Taten. Und diese Toleranz wünsche ich mir von jedem. Ob jemand meint, ich sei eine schlechte Christin, weil ich nicht jeden Sonntag in die kirche gehe, ist sowas von uninteressant. Wenn ein Moslem nicht 5x am Tag betet, ist es doch sein Ding, deswegen kann man ihn nicht als schlechten Moslem bezeichnen. Was ist so schwer daran, zu sagen: „Ich glaube das und das, der andere nicht, ist sein Problem, nicht meins.“ Wenn ich der Meinung bin, der andere ist auf dem Holzweg und mein Glaube und die Art meinen Glauben zu leben, ist das einzig Wahre, dann kann ich Mitleid für den anderen empfinden, weil er die wahre Erleuchtung meiner Überzeugung nach noch nicht gefunden hat, und für das Seelenheil des anderen beten- mehr aber nicht. Wer bin ich, dass ich über diesen Menschen urteile, oder versuche, ihn zu überzeugen, was richtig ist, notfalls sogar mit Gewalt und wenn das nicht hilft bring ich den Andersgläubigen um? Warum? Weil ich meine, Gott spielen zu dürfen? Weil ich ihn als Bedrohung sehe? Voll schräg, oder? Glaube ist etwas, was in einem drin ist! Auch wenn mir jemand verbietet, öffentlich meinen Glauben auszuleben, kann er ihn mir trotzdem nicht nehmen. Ich bin weder ein guter Christ, nur, weil ich die Sakramente empfange und zelebriere, noch ein guter Moslem, nur weil ich die fünf Säulen des Islam beachte. Aber ich bin sowohl ein guter Christ als auch ein guter Moslem, ein guter Jude und Buddhist und sogar auch ein guter Atheist, wenn ich ein guter Mensch bin und mich und meine Umwelt menschenwürdig, respektvoll und mit Anstand behandel! Es gibt von „The mission“ ein sehr besonderes Lied, es heißt „Grapes of wrath“ und handelt von Menschen, die unterdrückt, gedemütigt und verfolgt wurden, denen aber niemand den Glauben, den Stolz und die Ehre hatten nehmen können. Denn die kann einem niemand nehmen! Letztendlich wird jeder irgendwann die Früchte seines Lebens ernten! „ …they can take away his freedom, they can beat him into the dust, they can burn his home, run him from his land and leave him out to gather rust- but they can`t take away his faith and him honesty and pride, and the knowledge he holds inside. One day they`ll reap their harvest, the grapes of wrath…” (The Mission U.K., "Grapes of wrath", from "Carved in sand) ... link (0 Kommentare) ... comment Donnerstag, 7. November 2013
Depression- Freund oder Feind?
shorty short, 18:30h
Feind wäre die erste wohl logischste aller Antworten. Ein Feind, den es zu bekämpfen gilt, der sich nicht in das eigene Leben einzumischen hat, ein Leben, das nicht fremdbestimmt sein soll, sondern, in dem nur ich das Sagen habe.
Das Problem an der Depression ist leider, ist sie erst einmal da und hat von einem Besitz ergriffen, ist sie nicht so ohne weiteres abzuschütteln. Fest gebissen wie eine lästige Zecke hängt sie einem im Pelz, jederzeit sprungbereit, um wieder einmal zu zubeißen. Zumeist schlummert sie im Verborgenen, ja, gerät auch in Vergessenheit, bis man sie wieder bemerkt. Sie kriecht zunächst lautlos aus ihrem Versteck und sondiert die Lage, versucht zu erahnen und auszuspähen, wie es einem geht, ob man vielleicht unaufmerksam geworden und nicht mehr darauf vorbereitet ist, dass sie, die „Dunkle Wolke“, immer noch da ist. Sie schleicht um einen herum, wie ein leiser Schatten, dennoch hin und wieder sicht- und spürbar. Man bemerkt die Kälte, die sie verströmt und den schlechten Atem, den sie einem eiskalt in den Nacken bläst, so als wolle sie sagen: „Schau her, wiege dich nicht in Sicherheit, ich bin noch da! So lange hast du dich nicht um mich gekümmert, wird langsam Zeit, dass du deine Aufmerksam mal wieder mir zuwendest, nicht wahr?“ Die Angst und das Wissen „Sie ist wieder da!“ lähmt einen, ebenso wie die Furcht, wieder völlig von ihr eingenommen zu werden. Diesen Zustand der eigenen Unfähigkeit, sich zu wappnen, nutzt sie für sich, verbeißt sich wieder und versucht einen auszusaugen, nur um die volle Aufmerksamkeit zu bekommen, die ihr so lange verwehrt wurde. Die Depression nimmt sich, was sie will, ob man es ihr geben will oder nicht. Warum also unnötig bekämpfen und zu versuchen, sie auszugrenzen? Solange es einem gut geht, geht es auch der Depression gut, d.h. kümmert man sich gut um sich selbst, gibt man der Depression das, was sie braucht: Aufmerksamkeit. Sich in regelmäßigen Intervallen zurücklehnen und sich etwas Gutes tun. Sich nicht ständig einem nicht selbst gewähltem Stress aussetzen. Keine ständig und allgegenwärtige Erreichbarkeit, das Handy mal beiseitelegen, sich ein Buch nehmen, in die Natur gehen und sich an kleinen Dingen erfreuen, schauen, was in einem steckt, kreativ werden. Eine wirkliche depressive Episode zwingt einen ohnehin, sich mehr um sich und seine Bedürfnisse zu kümmern, sich mit der eigenen Biografie auseinanderzusetzen, auch, sich selbst einmal in Frage zu stellen und eingefahrenen Verhaltensweisen zu überdenken. Warum also warten, bis sie einen zwingt und einen dann komplett ausschaltet? Ich selbst lebe seit einigen Jahren mit meiner Depression. Sie kam einfach und wollte auch nicht wieder gehen, zu meinem Leidwesen. Mein erster Gedanke war natürlich: „Na, warte, dich mach ich platt, such dir jemand anderen!“ Schnell musste ich aber feststellen, dass meine Ignoranz ihr gegenüber nur Verschlechterungen brachten. Die Energie, die ich aufbringen musste, um gegen die Depression zu kämpfen, ja auch sie zu verneinen, fehlte mir am Ende für mein Überleben. Zudem erwischte mich die Depression natürlich als ich völlig im Stress und ohnehin geschwächt war. Die Außenwelt weiterhin zu täuschen und ihr vormachen zu wollen, dass alles in Ordnung ist und ich völlig gesund wäre, brachten mich nicht nur an meine Grenze, sondern ließen mich komplett im damaligen Leben scheitern. Denn die Depression war stärker, sie ließ sich nicht so ohne weiteres verleugnen. Egal wie sehr ich es versuchte, einen Schutzwall aufzubauen, sie schaffte es immer wieder Löcher hineinzuschlagen oder sie gar zu zerstören. Sie musste mir zweimal in beängstigender Art und Weise demonstrieren, welche Macht sie über mich hat bzw. haben kann, bis ich begriffen habe, dass ein ständiger Kampf gegen sie mein Untergang sein würde. Und so lernte ich mit der Zeit, mich mit meiner Depression zu arrangieren. Sie ist für mich kein Feind mehr, den ich zu bekämpfen versuche. Um sie ein wenig energiesparender in Schach halten zu können, ja quasi zu "bespaßen", gibt es Antidepressiva. Nicht ich brauche die Pillen, sondern meine Depression. Und wenn es so sein sollte, dass die Depression sich dazu entschließen sollte, mich mein ganzes Leben zu begleiten, bitte, dann bin ich bereit, die Pillen so lange zu schlucken, wie sie die braucht. Andere Menschen müssen auch ihr Leben lang Pillen für ihr Herz schlucken oder Insulin für ihre Bauchspeicheldrüse spritzen. Sieht man es von der Warte, ist es bei meiner Depression nichts anderes. Wenn ich sie recht ordentlich behandele, ist sie auch ganz passabel zu mir. Die Energie, die mich ein Aufbegehren kosten würde, kann ich für sinnvollere Dinge nutzen, für Dinge, die mir gut tun und mein Leben bereichern. Natürlich fordert meine Depression immer noch in immer wiederkehrender Regelmäßigkeit mehr Zeit und Aufmerksamkeit, als ich ihr eigentlich zukommen lassen möchte, sie ist da wie die kleine Raupe Nimmersatt. Aber es ist erträglicher geworden. Ich bin sensibler mir gegenüber geworden, nehme Veränderungen wahr und erkenne jetzt eher, wenn ich wieder am Abstieg bin und somit der Depression einen Grund gebe, wieder zuzuschlagen. Im Grunde lässt sie mich dann ein wenig inne halten, wenn ich mich mal wieder überfordere und mich unbewusst über meine Grenzen bringen. Von daher bin ich ihr auch auf einer Art dankbar. Sie hat mich dazu gebracht, mein Leben zu entschleunigen. Den Fokus auf andere Wichtigkeiten zu legen als ich es Jahrzehnte lang völlig selbstverständlich gemacht habe. Ich lebe bewusster und selbstbestimmter! Was mir gut tut ist erlaubt, alles andere F... off! Wer nicht selbst gut auf sich aufpassen kann, braucht jemanden, der ihn hin und wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringt, so wie meine Depression. ... link (0 Kommentare) ... comment Samstag, 2. November 2013
und dabei wollte ich nur schreiben...
shorty short, 19:41h
Jetzt sitze ich bereits gefühlte zehn Stunden vor dem PC, um mich mit dem Layout- Kram zu befassen und dabei wollte ich nur schreiben.
Wer hätte gedacht, dass es so kompliziert ist, blogger zu werden. Da reicht es nicht, dass man der deutschen Sprache mächtig ist und Gedanken hat, die es wert sind, dass die Große Weite Welt sie erfährt. Nein, man muss sich in der Sprache der Informatik auskennen, wissen, was "Referrer" sind oder wie man etwas konfiguriert. Was zum Henker ist eine Konfiguration? Und wer muss das wissen? Hilft es mir im täglichen Leben? Ich glaube nicht! Und wieso ist alles in englisch, das meiste zumindest, obwohl ich "deutsch" eingegeben habe? Bedeutet das nur, dass ich in deutsch schreibe soll, aber alle Anweisungen muss ich in englisch verstehen? Welch Logik! Und schon klopfen die Selbstzweifel an, die, so dachte ich jedenfalls, erfolgreich hinter einer Massivtür verschlossen wurden. Bin ich mal wieder zu blöd? Oder scheitern an dieser Hürde auch sehr viele andere Menschen, die vielleicht wirklich etwas Interessantes zu sagen haben? Etwas, das viel wichtiger ist, als der siegessichere Umgang mit dem Computer! Werden diese Menschen nicht diskriminiert und aussortiert? So wie im richtigen Leben auch? Ehrlich, ich habe zwei Kinderbücher veröffentlicht und das gesamte Layout selbst gemacht, aber das hier sprengt meine Gehirnwindungen und es nervt mich. Es nervt mich, weil ich den Grund nicht sehe, warum man ein halbes Informatikstudium absolviert haben oder zumindest sich sehr gut mit seinem PC verstehen muss, ja quasi eine Liaison mit ihm engegangen sein muss, um hier was Ordentliches zustande zu bringen. Ordentlich in dem Sinne, dass der erste Blick nicht gleich den Gedanken nach sich zieht: "Was isn das fürn Scheiß? Kann die nicht mal mit nem PC umgehen? Da kann ja nichts bei rauskommen!" und klick, schon ist mein Beitrag uninteressant geworden. Denn so wie im richtigen Leben auch wird hier der Inhalt nach dem Äußeren beurteilt. Kleider machen ja bekanntlich Leute! Und ein klasse Layout zeugt von lesenswerten Inhalten. ...??? Aber geht es nicht hier nur um die Macht der Worte? Nicht darum, ob sie in wunderschönen Schnörkeln verpackt sind, von anspruchsvollen Fotografien untermauert werden. Nein, es geht nur um Worte, unverhüllt und nackt, aber dennoch von innerer Größe! Worte, von denen jedes einzelne klein und unscheinbar erscheint, die aber zusammen ein wahres Wunderwerk an Phantasie entfachen können. Worte, die zusammen die Kraft haben, den Leser lachen zu lassen oder aber zu Tränen zu rühren. Und gerade deswegen lasse ich das Layout jetzt das sein, was es für mich ist: ein einzelnes Wort aus sechs kleinen Buchstaben, klein und unscheinbar, ohne Macht und Kraft. Ich höre auf, meine Energie für etwas zu verpulvern, was es nicht wert ist, soviel Aufmerksamkeit zu bekommen! In diesem Sinne ... ... link (0 Kommentare) ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13 status
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