Shortys Gedankenwelt
Samstag, 23. November 2013
Alptraum- ein Fortsetzungskrimi Teil 13
von Kirsten Maria Scholz

Kapitel zwanzig

Nachdem Susanne das Bistro und die Einkaufspassage verlassen hatte, war sie ziellos durch die kleinen Gassen der Altstadt geirrt. Sie hatte den ungeheuren Drang, sich bewegen zu müssen, damit ihr pulsierendes Blut die Adern freipusten und sie wieder klare Gedanken fassen konnte. Irgendwann hatte sie sich dermaßen in dem Labyrinth der kleinen Straßen und Gassen verlaufen, dass sie auf die Hilfe der Anwohner zurückgreifen musste, um zu ihrem Auto zurückzufinden.
Durch die Rennerei und das Herumirren hatte sich ihr Ge-mütszustand ein wenig beruhigt, so dass sie sich den Rückweg mit dem eigenen Wagen durchaus wieder zutraute. Während sie versuchte, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, überlegte sie, wie es weitergehen sollte. Mittlerweile war sie fest davon überzeugt, dass Mark etwas mit ihren Blutwerten zu tun hatte. Sie wusste allerdings zu welchem Zweck er ihr falsche Tabletten verabreicht hatte, aber er musste dahinter stecken. Sie musste dringend Beweise für ihre Vermutungen sammeln, dass Mark sie vorsätzlich unter Drogen bzw. Tabletten gesetzt hatte. Sie vermutete, dass er damit von seinem Doppelleben ablenken bzw. verhindern wollte, dass Susanne hellhörig wurde. Sicherlich kam es ihm auch gut zu Pass, dass sie im Bekannten- und Geschäftspart-nerkreis unglaubwürdig wurde und immer mehr als durchge-knallte tablettenabhängige Ehefrau dastand, der man sowieso nichts glauben konnte. Nun, dachte sie, leider ist es ihm auch irgendwie gelungen. Du hast wirklich gut mitgespielt, Susanne! Ein wenig gab sie sich selbst auch die Schuld, dass sie Mark überhaupt die Möglichkeit geboten hat, sie manipulieren zu können. Sie war von jeher zu sehr auf ihre Kinder fixiert gewesen und hatte für alles weitere, auch für ihr Eheleben immer weniger Interesse gezeigt. Mit ihrer Schlaf- und Erschöpfungsproblematik hatte sie definitiv Marks Doppelleben übersehen und auch überhaupt keine Energie gehabt, sich über Unregelmäßig- oder Merkwürdigkeiten Gedanken zu machen. Mark hatte ihre Unpässlichkeiten schamlos ausgenutzt und es geschafft, dass Freunde und Bekannte sich mehr und mehr von ihr abgewandt hatten. Es war für sie immer schwieriger gewesen, Meetings durchzuhalten, ernsthafte Gespräche zu führen oder gar Termine einzuhalten. Und dass sie nach ihrem letzten Auftritt und Ausraster den Ruf der durchgeknallten Ehefrau inne hatte, stand für sie fest. Wer weiß, was Mark noch dazu erfunden hatte, vielleicht das Wort „Schlafmittel“ erwähnt und schon ist das Bild, was Mark vermitteln wollte perfekt: seine Frau war eine unzurechnungsfähige Person geworden, die sich nicht mehr unter Kontrolle hatte und für sich und andere eine Gefahr darstellte. „Scheißkerl!“ brüllte sie und schlug mit der Hand auf das Lenkrad. So schmerzlich das alles auch für sie war, sie war froh, dass sie endlich wusste, woran sie war. Sie war nicht verrückt! Man hatte ihr „nur“ sehr übel mitgespielt. „Man“ wohl eher nicht, es war definitiv Mark, ihr eigener Ehemann! Ihr war klar, dass sie absolut vorsichtig sein musste, mit dem, was sie Mark erzählte. Es war immer ratsam, wenn man eine Verbündete hatte, überlegte Susanne. Von daher überlegte sie zunächst ihre Mutter mit ins Boot holen. Sie war sich allerdings sicher, dass das kein Problem werden sollte, wenn sie ihr die Informationen von Dr. Fries mitteilte. Schließlich waren das Fakten und nicht dem Hirn ihrer mit Tabletten vollgepumpten Tochter entsprungen. Dann musste sie unbedingt nochmal das gesamte Haus absuchen, diese Mal dann bewusst nach Beweisstücken Ausschau halten. Je nachdem, was sie dabei entdeckte, wollte sie weiter sehen, was und an wen sie ihre Informationen und Vermutungen weiterleiten wollte.

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