Shortys Gedankenwelt
Donnerstag, 7. November 2013
Glaube ist Kirchenrecht, oder wie war das noch...
Glauben kann ja bekanntlich jeder, woran er möchte, solange er niemanden damit belästigt, bedrängt, unterdrückt oder anderweitigen Schaden zufügt.
Ich beispielsweise glaube an einen gütigen Gott, obwohl ich nicht beschreiben kann, wie dieser Gott aussieht, ob er überhaupt eine Gestalt ist. Sagen wir, ich glaube an etwas „Übersinnliches“, das ein wenig über uns wacht, aber nicht eingreift, so dass der Mensch für sein Unheil, das er verbockt, selbst verantwortlich ist und dafür auch geradezustehen hat. Wohlbemerkt zu Lebzeiten. Dieses überirdische Wesen nimmt jeden Menschen so wie er ist, mit allen Fehlern und Schwächen und heißt ihn nach dem Tod mit ausgebreiteten Armen willkommen, egal wie er auch zu Lebzeiten war. ---Über diese Art zu glauben, kann man geteilter Meinung sein, dessen bin ich mir bewusst. Bei mir spielt sicherlich eine persönliche Angst mit hinein, die Angst davor, nach dem Tod einfach weg zu sein und einfach nicht zu wissen, was mit einem geschieht, ob überhaupt was geschieht. Da ist es irgendwie beruhigender, sich vorzumachen, dass es irgendwie gut weitergeht. Da ist es völlig egal, ob man meine Vorstellung nachweisen kann oder nicht, deswegen heißt es ja auch Glaube.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass jeder Mensch an das glauben darf, was er möchte, stelle ich mir doch die Frage, wie es sein kann, dass unendlich viele Menschen an die Institution Kirche glauben. Und zwar so extrem, dass sie fast alles, was die Kirche macht und tut, zwar nicht immer gut heißen, aber mit tragen, sich zumindest nicht dagegen aufbegehren. Immerhin beten Millionen Katholiken im Glaubensbekenntnis: „ich glaube an den heiligen Geist, die Heilige Katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen…“
Die ersten Christen, die ersten Nachfolger Jesu, haben sich zusammengetan, um seinem Beispiel zu folgen. Sie predigten Barmherzigkeit und Nächstenliebe und unterstrichen ihre Meinung mit Geschichten/ anschaulichen Darstellungen über Jesus von Nazareth, der sie irgendwie beeindruckt zu haben schien. So weit- so gut!
Aber was ist dann passiert? Immer mehr Menschen folgten diesem Bespiel, es kam zu Kundgebungen und Versammlungen und einer, ich glaube, es war Petrus, baute die erste Kirche auf einem Hügel irgendwo bei Rom.
Seitdem ging es der Kirche immer nur um Macht und Geld. Das gemeine Volk wurde dumm gehalten, nur der Klerus konnte die Bibel und Schriften lesen und somit den Ungebildeten einen vom Pferd erzählen, ihnen weismachen, sie würden in der Hölle schmoren, wenn sie keine Buße täten. Die Kirchenmänner missbrauchten ihre Stellung, um sich zu bereichern, nicht um die Lehren Jesu und Petrus nachzuleben. Es ging nie um das Seelenheil der Menschen, in dem der Klerus Ablassbriefe verkaufte, sondern nur darum, sich die eigenen Taschen zu füllen.
Auch ging es in den Kreuzzügen nie um das Seelenheil der Andersgläubigen, sondern darum, die Macht und den Einflussbereich der Kirche zu vergrößern. Mord und Verderben immer unter dem Banner: „Im Namen Christi!“, wie barbarisch und sicherlich nicht im Sinne Jesu.

Als Menschen, insbesondere Frauen auf der Bildfläche erschienen, die sich Wissen über Naturkunde und Heilkräuter angeeignet hatten, zum Wohle der Menschheit, und auf diesem Gebiet mehr wussten als die Geistlichen, sah die Kirche ihre Stellung in Gefahr. Sie lief Gefahr, enttarnt zu werden. Enttarnt deswegen, dass nicht Gott die Menschen mit unheilbaren Krankheiten strafte, sondern dass der Ursprung von Seuchen etc. schlichtweg natürlichen Ursprungs war. Diese aufklärenden Menschen wurden als Ketzer und Hexen zu Tausenden verbrannt! Sehr christlich!

Aber wie ist es heute?
Auch heute noch herrschen in der Kirche ein selbstgerechtes, unmenschliches Bild, eine Pseudomoral sondergleichen und eine arrogante, anmaßende Haltung vor!

Wie sonst ist es zu erklären, dass nur Männer das Sagen haben. Wenn man bedenkt, dass die wichtigste Bezugsperson Jesu eine Frau war- Maria Magdalena.

Wie sonst ist es zu erklären, dass die Kirche sich im Prunk und Protz badet, während Menschen hungern? Wozu muss ein deutscher Bischof ein monatliches Gehalt von 8000€ haben? Wozu benötigt er generell ein eigenes Haus, von einem Palast ganz zu schweigen (Limburg lässt grüßen!), einen eigenen Fahrer und jemanden, der sich um seine Wohnung kümmert, ja, sogar seine Schuhe putzt, wenn man bedenkt, dass Jesus einer der ärmsten seiner Zeit war, ein Fischer! Die kirchlichen Würdenträger sehen sich doch als Jesu Nachfolger…, wieso folgen sie ihm nicht auf dem Weg der Demut und Armut? Oder sehe ich das falsch!?

Wie sonst ist es zu erklären, dass bestimmte Gruppen der Gesellschaft immer noch ausgeschlossen werden, weil sie angeblich gesündigt haben? Zunächst einmal muss man doch klarstellen, dass der Mensch die Sakramente benannt hat und nicht Jesus. Die Kirche hat bestimmt, wer sich scheiden lässt oder abtreibt verstößt gegen Gesetze und sündigt. Vergessen da die hohen Würdenträger dass Jesus selbst sich mit dem „Abschaum“ der damaligen Gesellschaft versammelt hat, um sich derer anzunehmen? Wenn nicht die Kirche sich um diese Menschen kümmert, wer dann? Jesus scharrte Tagediebe, Mörder und Prostituierte um sich und aß mit ihnen, während die Kirche „sündige“ Menschen verstößt- mit welchem Recht frage ich mich!

Wie sonst ist es zu erklären, dass Kinder missbraucht wurden und wahrscheinlich immer noch werden und dass unter dem Deckmantel der heiligen Kirche? Wo ist denn hier die Menschlichkeit geblieben, die Würde der Kinder? Na gut, wenn man sich die 10 Gebote anschaut, die ja auch von Menschen aufgeschrieben wurden, dann fällt doch schnell auf, dass alle Menschen dabei bedacht wurden: Du sollst deine Eltern ehren, du sollst nicht begehren deines Nachbar Weibes, du sollst nicht töten, nur die Kinder, ja, die Kinder, die den meisten Schutz benötigen, wurden schlichtweg vergessen. Oder wo steht „Du sollst deine Kinder lieben und ihre Würde achten und respektieren“? Man könnte das Elterngebot umbenennen, quasi erweitern, nur damit es auch 10 Gebote bleiben: „Du sollst deine Eltern ehren und wenn sie dich schlagen, sollst du dich wehren!“ Ich denke, Jesus wäre mit dieser Version einverstanden!

Wie sonst ist es zu erklären, dass selbst heute im AIDS Zeitalter, Keuschheit statt Kondome gepredigt werden und dass sogar Ordensfrauen, die über 30 Jahre in Afrika im Namen der Kirche gedient haben, gefeuert werden, weil sie an Prostituierte Kondome verteilten? Für wen halten sich diese Priester und Bischöfe, dass sie über das Leid und Leben anderer mit solch einer Ignoranz hinwegsehen? Ignoranz gegenüber der Tatsache, dass sie mit ihrem Keuschheitsgebot keine Prostitution eindämmen oder ausmerzen können, stattdessen aber das Leben unfassbar vieler Menschen (und den Kindern, die absolut nichts dafür können, wie sie gezeugt werden!) gefährden, in dem sie Kondome als Teufelszeug verdammen? Sie selbst können doch ihre Finger auch nicht bei sich behalten und vergehen sich an Kindern, da hilft doch auch kein Keuschheitsgebot! So eine verf…. Doppelmoral!

Wie sonst ist es zu erklären, dass sie über Frauen urteilen, die sich für eine Abtreibung entscheiden? Wie können Männer überhaupt über Belange, die nur Frauen betreffen, entscheiden? Sie, die als Männer, sich überhaupt nicht in die Lage einer Frau versetzen können, die aufgrund einer Vergewaltigung schwanger geworden sind? Ganz zu schweigen, was das für das Kind bedeuten könnte. Sie, die sich überhaupt nicht in die Lage einer verzweifelten Frau versetzen können, die sich aufgrund psychischer Probleme nicht in der Lage sieht, ein Kind groß zu ziehen? Sie, die nicht nachvollziehen können, was in einer Frau vor sich geht, die ein behindertes Kind austragen wird? Sicherlich ist der Schutz des ungeborenen Kindes nicht außer Acht zu lassen, aber wenn sich eine Frau, warum auch immer, gegen das Austragen entscheidet, hat niemand das Recht, über diese Frau zu urteilen. Anstatt sie auszugrenzen, sie von der Kommunion auszuschließen, sollte die Kirche diese Frau unterstützen und mit offenen Armen aufnehmen, wie Jesus es auch getan hätte.

Wie sonst ist es zu erklären, dass die Kirche Homosexualität als etwas Abartiges bezeichnet, etwas, was nicht der Natur entspricht? Nebenbei bemerkt, entspricht es auch nicht der Natur, Kinder zu missbrauchen...(Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!). Jeder Mensch entscheidet doch selbst über sich und sein Leben. Und wenn jemand sich für einen gleichgeschlechtlichen Partner entscheidet und für diese Partnerschaft, sich Gottes Segen wünscht, weil er tiefen Glaubens ist und innerlich überzeugt, dass Gott ihn so liebt wie er ist, dann darf die Kirche diesen Segen nicht verweigern! Was glauben die hohen Würdenträger wer sie sind, dass sie Menschen in würdig und unwürdig unterscheiden?

Wie kann es sonst sein, dass sogar die Reinigungsfachkraft in einem katholischen Kindergarten Mitglied in einer christlichen Kirche zu sein hat. Kann jemand muslimischen Glaubens oder auch ein Atheist nicht auch menschliche Werte in sich tragen und weitergeben? Sind christliche Werte nicht Werte eines menschenwürdigen Weltbildes?

An so eine Kirche kann doch niemand ernsthaft glauben!

Und so setze ich alle Hoffnung in Pater Franziskus, dass er weiterhin den Willen und die Kraft besitzt, die veralteten Statuten und Strukturen aufzubrechen und die Kirche zu dem werden läßt, was sie sein soll: ein Zufluchtsort, ein Heim für jeden Menschen egal welcher Herkunft, welcher Lebensführung, welchen Geschlechts und welcher Neigungen, bedingungslos und unvoreingenommen.
Richten über Straftaten (auch die, der Würdenträger) sollte nur ein weltliches Gericht dürfen, warum die Kirche ein eigenes Kirchenrecht hat, ist absolut unverständlich, denn die Pfarrer, Bischöfe und wer da sonst noch alles rumläuft, sind Menschen wie du und ich und besitzen keine Immunität wie beispielsweise Diplomaten.
Die Kirche hat nicht in Sünder und Fromme zu unterscheiden, sondern hat Zuflucht zu sein für jede gestrauchelte und verzweifelte Seele!

In diesem Sinne...

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Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13
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