| Shortys Gedankenwelt |
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Dienstag, 19. November 2013
Alptraum- ein Fortsetzungskrimi Teil 9
shorty short, 01:02h
Kapitel 14
Als Susanne am nächsten Tag an der Glastür der geschlossenen Abteilung klingelte, verspürte sie ein eigenartiges Gefühl in der Magengrube. Die erste Nacht in Freiheit hatte sie schon weit von der Zeit in Isolation entfernt. Schwester Ina öffnete Susanne die Tür und freute sich sichtlich, sie wiederzusehen. „Frau Stahl, was für eine schöne Überraschung! Hätte nicht gedacht, dass Sie so schnell Heimweh nach unserer Station bekommen!“ sie lächelte. „Die Luft unten scheint Ihnen zu gut bekommen.“ Sie zwinkerte ihr zu. „Kommen Sie herein, ich denke, die eine oder andere wird sich sehr über Ihren Besuch freuen.“ Susanne betrat die Station und folgte der Schwester durch den schummerigen Flur, wo noch immer die defekte Deckenleuchte am flackern war. Als sie den Gemeinschaftsraum betrat, fand sie Sarah vor den Fernseher sitzend vor. Sie umarmten sich, als ob sie sich Wochen nicht gesehen hätten. Susanne war nahezu überwältigt von ihren Gefühlen. Freude, Rührung, aber auch ein wenig Wehmut vermischten sich. Sie hatte das Gefühl, Sarah war momentan die einzige, die sie verstand, die sie wirklich verstand, auch ohne vieler Worte. „Gut siehst du aus“, sagte Susanne, als sie sich aus der Umarmung gelöst hatten und meinte es ehrlich. Zwar hatte Sarahs Haar noch nicht wieder zum alten Glanz zurückgefunden, aber ihr Gesicht hatte eine deutlich gesündere Farbe als gestern. Vor allem aber wirkten Sarahs Augen nicht mehr so tot und abgestumpft. „Danke“, Sarah lächelte, „ich fühle mich auch besser.“ Sie schaute Susanne prüfend an. „Und bei dir so?“ Susanne berichtete ausführlich, was bisher alles passiert war, was sie erfahren hatte und auch, welchen Verdacht sie mittlerweile hatte. Und natürlich von Marks Besuch bei ihr. „Das hat ja auch ziemlich lange gedauert, bis du darauf gekommen bist, dass dein Mann anscheinend nicht der tolle Typ ist, wie du immer gedacht hast“, meinte Sarah unbeeindruckt von Susannes Erkenntnissen und ließ sich in den Sessel fallen, „man musste dich ja quasi mit den Nase drauf stoßen.“ War sie tatsächlich so blind und taub gewesen? Hatte Sarah etwa schon länger Mark im Verdacht gehabt? Susanne versuchte, Sarah ein wenig zu beschwichtigen. Schließlich war es nur ein Verdacht ist, Beweise hatte sie keine. „Man Susanne, das ist doch so offensichtlich“, entgegnete Sarah aufgebracht, „da dürfte es kein Problem sein, Beweise zu finden. Du musst nur ein bisschen suchen und bohren! Irgendwann verrät sich jeder, auch der, der sich für clever hält! So wie dein Mann anscheinend!“ sie ließ ihre Beine über der Lehne baumeln. „Schaden kann es da auf keinen Fall, wenn deine Mutter dir ein wenig unter die Arme greift. Zumindest solange du hier festsitzt“, fügte sie hinzu. Die Vorbehalte, die Susanne gegenüber ihrer Mutter als Privatschnüfflerin hatte, verflüchteten sich langsam. Natürlich war es nicht die feine englische Art, den eigenen Ehemann auszuspionieren, aber unter diesen Umständen konnte sie darauf keine Rücksicht nehmen. Hier ging es um weit mehr! Susanne war froh, zumindest emotional ein wenig Unterstützung zu erhalten. Auf jeden Fall fühlte sie sich nicht mehr ganz so alleine und sah ein wenig Licht am Ende des Tunnels. Es verstärkte die Hoffnung in ihr, dass sie es schaffen könnte, nach und nach ihr Gedächtnis- Puzzle wieder zusammen bauen zu können. Auch wenn es schmerzlich werden sollte, wovon sie zurzeit ausging. Fortsetzung folgt... 20.11.13 ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13 status
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