Shortys Gedankenwelt
Mittwoch, 20. November 2013
Alptraum- ein Fortsetzungskrimi Teil 10
Kapitel sechszehn

Mit gemischten Gefühlen stand Susanne am nächsten Morgen mit der gepackten Reisetasche vor der Klinik und wartete auf ihr Taxi. Sie hätte auch eines der Taxen nehmen können, die ständig vor der Klinik auf Fahrgäste warteten. Dennoch hatte sie aus alter Gewohnheit das Taxiunternehmen beauftragt, bei dem sie und auch Mark schon seit Jahren zu den Stammkunden zählten.
Sie konnte nicht sagen, was sie bewegt hatte, Mark nichts von ihrem Spontanbesuch zu erzählen. Irgendetwas hatte sie jedenfalls abgehalten. Wollte sie ihn bei etwas erwischen oder überraschen? Ihn vielleicht sogar provozieren und aus der Reserve locken? Sie wusste es nicht. Allerdings saß sie bereits im Taxi und befand, dass es zu spät wäre, jetzt über mögliche Beweggründe oder gar Folgen nachzudenken.
Schon als das Taxi in ihre Straße einbog, hatte sie freien Blick auf das schmiedeeiserne Tor zur Auffahrt ihres Anwesens. Es war weniger nur ein Haus mit Garten, sondern wahrlich eine herrschaftliche Villa mit einem parkähnlichen Gelände, so dass man schon von einem Anwesen sprechen konnte. Alles schien beim Alten zu sein. Marcello Contassi, ihr aus der Toskana stammende Nachbar und der Mann für alles, was Reparaturen und Instandhaltung von Haus- und Außenanlage, hatte Auffahrt und Vorplatz akribisch von Eis und Schnee befreit. Selbst die bunten Vogelhäuschen waren schneefrei und üppig mit Samen und Nüssen gefüllt.
Eigentlich besaßen Marcello und seine Frau Gabriela ein Eiscafé in der Heidelberger Altstadt. Während der Winterpause übernahm Marcello den Hausmeisterjob bei den Stahls. So konnten sie ganzjährig in Deutschland bleiben und ihren beiden Kindern Stefano und Luca ein geordnetes Leben ermöglichen. Gabriela und Susanne hatten sich auf Anhieb gut verstanden, dennoch war ihre Bekanntschaft nie über einen Kaffeebesuch am Vormittag hinaus gewachsen.
Sie fuhren am Grundstück der Contassis vorbei und Susanne nahm sich vor, den Kontakt zu Gabriela ein wenig zu intensivieren. Es könnte nicht schaden, eine gute Bekannte in der Nähe zu haben. Hatte vielleicht sogar Gabriela oder Marcello die Polizei benachrichtigt, als es zwischen ihr und Mark zum handfesten Streit gekommen war? Sie hatte es eigentlich nie interessiert, wer damals vom Krach etwas mitbekommen hatte. Jetzt allerdings kam ihr der Gedanke, dass derjenige ihr vielleicht eine andere Sicht der Dinge darlegen könnte. Vielleicht war den Contassis bereits vorher schon etwas Merkwürdiges aufgefallen? Sie sollte das Wochenende unbedingt für einen Besuch bei Gabriela nutzen, beschloss sie und ließ den Taxifahrer an der Straße halten. Sie bezahlte und stiefelte zum Eingangsportal. Da sie keinen Schlüssel hatte, musste sie klingeln. Nichts rührte sich, niemand schien zuhause zu sein. Sie klingelte erneut, dieses Mal etwas länger.
„Heute war doch Samstag“, wunderte sie sich. Auch wenn Mark viel zu tun hatte und beschloss samstags ins Büro zu fahren, so schlief er zumindest länger aus. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es eindeutig zu früh für Mark war, um schon zur Arbeit gefahren zu sein. Sie grummelte und trat von einem Fuß auf den anderen. Vielleicht hätte sie doch vorher anrufen sollen. Ihre Mutter war gestern wieder nach Nürnberg zurückgefahren und wollte erst heute im Laufe des Nachmittages mit Madeleine und Valentin zurück nach Heidelberg kommen.
Susanne stutzte und lauschte. Jemand schlurfte zur Haustür. „Na endlich“, grummelte Susanne, „das wurde auch mal Zeit.“
Die Tür wurde geöffnet und Mark stand mit verwuschelten Haaren vor ihr und band sich gerade seinen Bademantel zu.
„Susanne?“ er schaute sich verwirrt um, „was machst du denn hier?“„Wonach sieht es denn aus?“ fragte sie etwas schnippisch, was ihr gleich leid tat. Schließlich war sie es doch gewesen, die sich nicht angekündigt hatte. Kein Wunder, dass Mark verwirrt war. Sie schob sich an ihm vorbei, durchquerte zielstrebig die Eingangshalle und ließ ihre Tasche vor der Kommode auf den Boden fallen. Mark stand noch immer an der offenen Tür und starrte ihr mit offenem Mund hinterher.
„Was ist?“ fragte sie ihn. „Willst du nicht langsam mal die Tür schließen? Oder erwartest du noch jemanden?“ Ohne ihn weiter zu beachten, zog sie ihren Mantel und die Stiefel aus, ging ohne ein weiteres Wort in das angrenzende Wohnzimmer und ließ ihn einfach in der Eingangshalle stehen. Sie hörte wie er die Haustür schloss und ihr hastig in den Wohnbereich folgte, wo sie es sich bereits auf dem Sofa bequem gemacht hatte.
„Ja, ich muss irgendwie vergessen haben, dass du heute kommst, und dann auch noch so zeitig“, sagte er etwas unsicher und wuselte seine Haare, was er immer tat, wenn er nervös war.
„Wieso war Mark nur so nervös?“ kam es Susanne kurz in den Sinn, wurde aber gleich von Mark abgelenkt, so dass sie diesen Gedanken nicht weiter verfolgen konnte.
„Möchtest du etwas? Soll ich dir einen Tee oder Kaffee machen?“ er stand bereits in der offenen Wohnküche und hantierte mit der Glaskanne herum. „Oder Frühstück? Du hast sicherlich noch nicht gefrühstückt, oder?“
„Ein Tee wäre nicht schlecht“, antwortete sie und wunderte sich ein wenig über seinen Stimmungswechsel. Sie konnte sich nicht erinnern, wann Mark ihr das letzte Mal Frühstück gemacht hatte. Das musste Jahre her sein! „Entlassen bist du doch noch nicht, oder?“ fragte Mark und blickte sie fragend an.
„Nein, nur zum Wochenende beurlaubt. In unseren Kreisen nennt man so etwas Belastungserprobung“, fügte sie leicht ironisch hinzu. „Erinnerst du dich? Wir hatten in der Klinik bereits darüber gesprochen.“ „Ah, ja, natürlich. Belastungserprobung!“ sagte Mark, schien aber nicht so recht bei der Sache zu sein. Stattdessen kramte er im Küchenschrank herum und hielt schließlich das Teei mit einem triumphierenden Lächeln in den Fingern. „Hattest du mir gesagt, dass du kommst? Kann mich so gar nicht daran erinnern?“ er blickte sie fragend an und machte sich wieder an die Zubereitung des Tees. „Ich hätte dich doch abholen oder einen Wagen schicken können.“
„Danke“, antwortete sie kurz, „ging auch so. Wie du siehst bin ich ohne Probleme angekommen. Bin ja schließlich kein Pflegefall.“ Sie legte ihren Kopf auf die Rückenlehne und schloss die Augen. Sie hatte in der Nacht vor Aufregung wenig geschlafen und auch die Anstrengung, sich einmal wieder frei in der Öffentlichkeit zu bewegen, unterschätzt. Müdigkeit breitete sich langsam aus. Sie zog die Wolldecke, die immer über einer Armlehne des Sofas lag, über sich und drehte sich auf die Seite. Mark hatte es in der Zwischenzeit geschafft, den Tee zu bereiten und stellte ihn auf den Couchtisch.
„Ich werde mich mal bürotauglich machen“, sagte er und ging zur Tür. „Ich hol dann gleich auch noch die Tageszeitung und ein paar Brötchen“, rief er ihr etwas lauter von der Tür zu. „Ruh dich erst einmal aus.“
Susanne grummelte nur irgendeine unverständliche Antwort und schlief ein.
Zum richtigen Tiefschlaf schaffte es Susanne nicht, stattdessen ruhte sie im Dämmerschlaf, zumindest hatte sie zwischenzeitlich das Gefühl, sich in einem Zustand zwischen wachen und schlafen zu bewegen. Sie hörte Mark in der Eingangshalle mit seinem Schlüsselbund klimpern und meinte Stimmengemurmel zu vernehmen. War noch jemand anders im Haus? Vielleicht die Contassis. Als die Haustür wieder in das Schloss fiel, schlief Susanne endlich tief ein und wurde erst durch das unbarmherzige Klingeln des Telefons geweckt. Sie schreckte hoch, wusste zunächst überhaupt nicht, wo sie war und machte sich auf die Suche nach diesem verflixten Telefon. „Man, was ist der hartnäckig“, fluchte sie und fand das tragbare Telefon schließlich auf der Küchenzeile.
„Stahl“, meldete sie sich und raufte sich die Haare.
„Hallo Liebes“, hörte sie ihre Mutter flöten, „ich wollte nur Bescheid sagen, dass wir jetzt schon losfahren. Wir kommen also ein wenig früher an als geplant.“
„Mhm, schön“, war alles, was Susanne hervorbrachte und unterdrückte ein Gähnen.
„Geht es die nicht gut, Kind?“ fragte ihre Mutter besorgt. „Seit wann bist du denn zu Hause? Ist Mark nicht da? Übernimm dich nicht.“ Zu viele Fragen und Informationen auf einmal. Susanne versuchte chronologisch zu antworten.
„Seit heute Morgen, so gegen acht, Mark ist, glaube ich nicht da und mir geht es gut, bin nur gerade aus einem Nickerchen hochgeschreckt.“ Sie verspürte keine große Lust, sich weiter der Redeflut ihrer Mutter hinzugeben und versuchte das Gespräch abzuwürgen.„Du, es klingelt gerade an der Tür. Was ist heute nur los hier?“, schwindelte Susanne.
„Ach, ich habe gar nichts gehört. Susanne…“ ihre Mutter wurde unsanft von Susanne unterbrochen. „Muss jetzt an die Tür. Wir sehen uns nachher. Bis denn, tschüs“, sagte Susanne und legte auf.Sie schaute noch einige Zeit in den Telefonhörer und fragte sich, was genau ihre Mutter jetzt gewollt hatte. Sie hatten weder verabredet, wo noch wann sie sich heute treffen wollten. Von daher war Susanne davon ausgegangen, dass ihre Mutter irgendwann im Laufe des Nachmittages oder frühen Abend in Heidelberg eintreffen wird. Vielleicht musste sie auch erst einmal wach werden, dann hatte sie auch bestimmt bessere Laune.
Sie schaute sich im Wohn- und Essbereich um. Mark hatte tatsächlich Brötchen besorgt und einen Speiseplatz auf dem rustikalen Esszimmertisch gedeckt."Wie fürsorglich," dachte Susanne leicht spöttisch. Trotzdem setzte sie sich hin und schenkte sich eine Tasse Tee ein. Mit einem Croissant in der Hand inspizierte sie das Wohnzimmer. Auf den ersten
Blick hatte sich hier nichts geändert. Alles war so wie sie es in Erinnerung hatte. Seltsam, diese Amnesie, dachte Susanne, sie konnte sich so ziemlich an alles erinnern, nur nicht an ihren Ausraster. Gabriela Contassi hatte sich anscheinend liebevoll um ihre Zimmerpflanzen gekümmert, denn die standen in vollster Pracht auf den extra breiten Fensterbänken. Die Familienfotos standen auch alle noch auf dem Kaminsims, ihre Mitbringsel aus den diversen Urlauben waren unverändert vorhanden. Sie ging langsam an der kleinen fahrbaren Bar vorbei und blieb nachdenklich stehen. Irgendetwas war hier anders? Die Bar war Marks Steckenpferd, es fanden nur Spirituosen auf ihr Platz, die er oder Susanne tranken. Während Mark sich gerne dem Whiskey oder einem Weinbrand widmete, hielt sie sich eher an einen trockenen Weißwein oder Champagner. Was jedoch weder Mark noch sie tranken, waren süße Liköre. Und genau so eine Flasche stand hinter den Whiskeyflaschen. Susanne nahm sie in die Hand. „Merkwürdig“, murmelte sie, „ die sieht aus, als ob sie gerade erst angebrochen wurde.“ Und wirklich fehlten maximal zwei oder drei kleine Likörgläser. Hatte Mark während ihrer Abwesenheit etwa wichtige Gäste und deswegen seine Prinzipien geändert? Oder war er etwa auf Liköre umgestiegen? Bei diesem Gedanken musste sie selbst lachen. Das war absolut absurd. Susanne stellte die Flasche zurück und sagte sich, dass es sicherlich eine einfache Erklärung dafür gab. Dennoch blieb ein eigenartiges Gefühl.
Sie setzte ihren Erkundungsrundgang fort. Was suchte sie eigentlich? fragte sie sich als sie in
die Eingangshalle trat. Sie hatte keine Ahnung, musste sie sich eingestehen, sie wollte sich einfach nur ein wenig umschauen, um sich langsam wieder heimisch zu fühlen.
„Eigentlich möchte ich nur zu Hause ankommen“, versuchte sie sich selbst einzureden, „ und deswegen möchte ich mich mit einem Rundgang zurückmelden.“ Tief in sich drin wusste sie, dass es eigentlich etwas ganz anderes war, das sie zu dieser Inspektion trieb.
An der Garderobe in der Eingangshalle blieb sie erneut stehen und betrachtete zunächst ein wenig gedankenverloren die Kleidung, die dort hing.
„Was ist denn das?“ wunderte sie sich und nahm ein edles hellgraues Seidentuch vom Haken. „Das hing doch heute Morgen noch nicht da“, sagte sie laut und holte sich den Moment in ihre Erinnerung, als sie das Haus betrat und ihren Mantel aufhängte. Nein, dieses Tuch war vorhin noch nicht da. Und es war auch definitiv nicht ihr Tuch. Sie stand nämlich nicht auf Seide.„Da stellt sich doch die Frage, wem gehört das und wie kommt das hierher?“ Susanne hielt das Tuch an ihre Nase. Starker Parfümgeruch kam ihr entgegen. Sie nieste zweimal. Auf jeden Fall keines ihrer Düfte, dennoch kam es ihr bekannt vor. Sehr merkwürdig!
Sie überlegte, was sie nun am besten damit anstellen sollte. Sie war sich sicher, dass Mark wissen musste, wer der Besitzer, besser gesagt die Besitzerin war. Denn außer ihr war heute Morgen nur Mark noch im Hause gewesen. Oder? Kurz kam ihr das Stimmengemurmel in ihr Gedächtnis, das sie während ihres Nickerchens wahrgenommen hatte. Während sie sich weiter in der Eingangshalle umschaute, kam ihr eine Idee. Demonstrativ legte sie das Tuch auf die Kommode in der Eingangshalle, wo es jedem, der das Haus betrat, gleich unweigerlich ins Auge fallen musste. „Dann wollen wir doch mal sehen, wie du reagierst, mein lieber Mark“, sagte sie sich und begab sich in den ersten Stock. Oben musste sie zunächst einen Moment verschnaufen. Wie schnell ihr Körper doch an Kondition und Leistungsvermögen nachgelassen hatte. Sie musste unbedingt wieder an ihrer körperlichen Fitness arbeiten, bevor sie endgültig nach Hause entlassen werden sollte. Sie ging an Marks Home Office vorbei, ohne einen Blick hineinzuwerfen. Marks Büro hatte sie noch nie große Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn sie genauer darüber nachdachte wusste sie nicht einmal genau, wie es darin aussah. Susanne hatte keine Ahnung, ob Mark Geheimnisse hinter seiner Tür hatte oder einfach nur nicht wollte, dass jemand seine Ordnung durcheinanderbringen würde. Selbst für die Reinigungskraft war das Büro tabu. Gleich nebenan befand sich Valentins Reich. Hier musste sie einfach einen Blick hineinwerfen. Wie aufgeräumt alles war? Verständlich, denn Valentin war seit ihrer Krankenhauseinlieferung bei ihrer Mutter. Frau Friese, die zweimal in der Woche zum Großreinemachen bei den Stahls vorbeischaute, hatte ganze Arbeit geleistet, um das Chaos, das sonst in Valentins Zimmer herrschte, zu beseitigen. Susanne vermutete allerdings, dass die Ordnung maximal einen Tag anhalten würde.
Madeleine hatte ihr kleines Prinzessinnenzimmer schräg gegenüber von ihrem Bruder. Susanne öffnete langsam die Tür. Sie liebte das Zimmer ihrer Tochter, vielleicht weil sie sich früher als kleines Mädchen selbst immer ein Himmelbett, rosa Decken, Tapeten und einen Tüllvorhang gewünscht hatte. Sie lächelte. So ziemlich alles, was sich in Madeleines Reich befand, war rosa, blassrosa oder rot. Jede andere Farbe hatte zurzeit bei Madeleine keine guten Karten und wurde entweder gar nicht in ihr Zimmer hereingelassen oder schnellstmöglich wieder verbannt. Susanne war aber guter Hoffnung, dass sich der Farbgeschmack ihrer kleinen Tochter mit zunehmendem Alter noch stark verändern würde. Irgendwann stand doch jeder Teenie irgendwann auf schwarz, weiß und grau. Auch in Madeleines Reich war bis auf ein neues Kuscheltier alles unverändert. Bis auf eines. Ein blassrosa Riesenhase mit extrem langen Ohren und weißen Pfoten saß auf Madeleines Kopfkissen. Wahrscheinlich hatte Mark seiner Tochter eine Freude machen und ihr ein bisschen Trost spenden wollen. Niedlich war der XL- Hase schon. Susanne war sie sicher, dass ihn ihre Tochter schon in ihr Herz geschlossen hatte. Sie folgte dem Flur weiter um die Ecke. Rechts ging es in das Badezimmer. Andere würden es eher als eine Badelandschaft oder einen Wellnessbereich bezeichnen. Sie betrat ihre Wohlfühloase. Die weißen Spiegelfliesen waren von Frau Friese wieder einmal auf Hochglanz gebracht worden. Diese Frau kannte jeden Trick, um Glanz und Reinheit in jede Ecke des Hauses zu bringen. Sie fuhr mit ihrem Zeigefinger über das niedrige Kinderwaschbecken. Susanne hatte darauf bestanden, dass ihre Kinder ein Waschbecken in ihrer eigenen Höhe bekommen hatten. Die Zahnpflegeprodukte ihrer Kinder standen sauber aufgereiht, frische Handtücher hingen schon
bereit. Susanne erinnerte sich, dass ihre Mutter den beiden bei sich zu Hause eigene Badutensilien besorgt hatte, damit man nicht immer alles zusammenpacken und hin- und herschleppen musste. Am Erwachsenenwaschbecken blieb sie stehen und schaute ihr Spiegelbild prüfend an. Ein wenig erholter sah sie schon aus, dachte sie. Zumindest waren ihre Augenringe deutlich zurückgegangen und die tiefe Blässe war ebenso einer etwas gesünderen Hautfarbe gewichen. Sie wollte sich gerade dem Whirpool zuwenden, als ihr Blick auf einem Lippenstift hängenblieb. Lippenstift? Sie nahm ihn in die Hand. Ihrer war es mit Sicherheit nicht! Soweit sie informiert war handelte es sich um eine teurere Sorte. Kaminrot? Wer trägt so einen knalligen Lippenstift und was hatte der hier auf ihrem Waschbecken zu suchen? Hatte Mark etwas Übernachtungsgäste, die auch sein Bad benutzt hatten? Schwer vorstellbar. Das Gästezimmer befand sich erstens im Souterrain und zweitens teilte Mark sein Bad nie mit Gästen.
Susanne hörte die Haustür zuschlagen. Dann Kindergeplapper und Getrampel auf der Treppe. Sie schaute auf die Uhr. Meine Güte, dachte sie, schon so spät. Das mussten ihre Mutter mit Valentin und Madeleine sein. Schnell steckte sie den Lippenstift in ihre Hosentasche und lief ihren Kindern entgegen. Lippenstift und Seidentuch waren vorerst vergessen.


Fortsetzung folgt..... 20.11.13

... comment

Online seit 4572 Tagen
Letzte Aktualisierung: 2014.04.11, 01:13
status
Menu
Suche
 
Kalender
November 2013
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 1 
 4 
 8 
17
18
21
24
26
28
29
 
 
 
Letzte Aktualisierungen
Glaube und Religion-...
Vor einigen Tagen gab es im TV eine Talkshow, in der...
by shorty short (2014.04.11, 01:13)
Danke für´s...
Danke für´s Teilen. Das macht sehr nachdenklich....
by vonsueden (2013.12.15, 17:00)
Lampedusa ist überall
Liebe Leute, das Video ist hart, aber so ist auch...
by shorty short (2013.12.15, 15:51)
Onlineversand oder in...
Die Frage stellt sich bestimmt jeder hin und wieder,...
by shorty short (2013.12.13, 14:11)
Komasaufen- oder was...
Schön, dass die Zahlen der alkoholkonsumierenden...
by shorty short (2013.12.12, 00:01)

xml version of this page

made with antville